Augusta Treverorum – Zur Geschichte des römischen Trier (Teil 2)

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Im Gebiet der späteren Stadt und in der Umgebung befanden sich kleinere Siedlungen der keltischen Treverer. In der weiteren Umgebung befanden sich aber auch befestigte Siedlungen dieses Stammes auf dem Titelberg in Luxemburg, dem Castellberg bei Wallendorf oder auf dem Martberg. Erste römische Spuren in der Umgebung von Trier finden sich auf dem Petrisberg, wo sich um ca. 30 v. Chr. möglicherweise eine römische Militärstation befand.

Nach der Eroberung Galliens durch Caesar und der Niederschlagung der letzten Widerstände durch Augustus begann dieser mit der Neuordnung der Galliens in drei Provinzen: Aquitania, Gallia Lugdunensis und Gallia Belgica. Trier gehörte zur Gallia Belgica und war später Sitz des Finanzprokurators dieser Provinz.

Im Zusammenhang mit der Neuordnung baute man das Straßennetz aus. Man vermutet, dass Agrippa, der Freund und Schwiegersohn von Augustus, den Straßenbau während seiner ersten Statthalterschaft in Gallien vorantrieb. Wann genau die Stadt Augusta Treverorum gegründet wurde, ist nicht sicher. In der Regel geht man aber davon aus, dass sie etwa 18/17 v. Chr. nach der Fertigstellung der ersten Brücke über die Mosel an dieser Stelle gegründet wurde.

Augustus hielt sich in den Jahren 16-13 v. Chr. in den gallischen Provinzen auf und 12 v. Chr. wurde in Lyon ein Altar für die Göttin Roma und Augustus eingeweiht. Trier erhielt im gleichen Jahr eine Kopie dieses Altars. Die Stadtplanung war zu diesem Zeitpunkt also wahrscheinlich weitestgehend abgeschlossen.

Die günstige Lage an den Hauptstraßen der gallischen Provinzen begünstigten Handel und Gewerbe in Trier. Wichtige Handelsgüter waren Wein, Tuchwaren und die sogenannten Trierer Spruchbecher. Und auch im archäologischen Befund zeigt sich der rasche Aufschwung des neuen Zentralorts der Treverer im 1. Jh. n. Chr. Unter Vespasian wurde eine neue Brücke errichtet und das Forum wurde ausgebaut; unter Hadrian wurde Trier vermutlich zum Sitz des Provinzstatthalters. Unter Antoninus Pius wurde in der Mitte des zweiten Jahrhunderts die Brücke noch einmal neu errichtet. Um die gleiche Zeit wurde die Stadt wohl auch mit einer repräsentativen Mauer umgeben, von deren Toren die Porta Nigra heute noch die Besucher beeindruckt. Unter Mark Aurel entstanden beispielsweise die Barbara-Thermen und das Amphitheater.

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