Interessiert an Ausgrabungen? – Mitarbeit interessierter Laien an wissenschaftlichen Ausgrabungen

Viele Menschen interessieren sich für Archäologie und Geschichte, auch wenn sie nie eine entsprechende Ausbildung gemacht haben. Abseits von den Schatzsuchern, über die fast wöchentlich berichtet wird, gibt es eine Vielzahl von Menschen, die sich in Zusammenarbeit mit Archäologen auf die Suche nach den Spuren unserer Vorfahren machen wollen. Ausgrabungen sind für viele interessierte Laien der Inbegriff archäologischer Tätigkeiten.

Wenn man die Arbeit der Archäologen regelmäßig bzw. auf Dauer unterstützen möchte, kann man sich beispielsweise ehrenamtlich engagieren (siehe Beitrag vom 17.11.2013). Als ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Bodendenkmalpflege kann man oft bei Grabungen helfen und auch bei Grabungsfirmen kann man manchmal mitgraben. Daneben gibt es die Möglichkeit, gegen Bezahlung an speziellen Lehrgrabungen für Laien teilzunehmen. Dabei handelt es sich durchaus um normale archäologische Forschungsprojekte, die von Archäologen durchgeführt werden. Man lernt alle Tätigkeiten auf einer Grabung kennen: Vermessen, Anlegen von Grabungsflächen, Zeichnen des Grabungsplanums, Dokumentation der Grabung durch Fotos, Zeichnungen und Einmessung, Funde waschen und verpacken usw. Bei speziell für Laien konzipierten Grabungen gibt es dann auch Rahmenprogramme, z. B. Vorträge, Exkursionen oder Workshops bzw. Kurse, die in die Methoden der archäologischen Forschung einführen (Grundlagen Ausgrabungen, Fundbestimmung, Datierung usw.).

Entsprechende Angebote bieten beispielsweise folgende Vereine bzw. Organisationen:

Gute Einblicke in den Ablauf einer solchen Grabung findet man unter https://www.archaeologie-erlebnis.eu/wer-wir-sind/ein-tag-ausgrabung oder auf dem Blog „Hobby – Ausgrabung“, der auch weitere Links zu Ausgrabungen für interessierte Laien zusammengestellt hat.

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Sonderausstellung „Göttliche Ungerechtigkeit?“ 6. Mai 2018 bis 27. Oktober 2018 im Akademischen Kunstmuseum Bonn

 

Eröffnung der Ausstellung: „Göttliche Ungerechtigkeit?“ am Sonntag, dem 6. Mai 2018, um 15 Uhr im Akademischen Kunstmuseum.

Ort:
Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

Preis:
Eintritt: 3,- Euro, ermäßigt: 1,50 Euro
Schüler, Studierende u.v.m.: freier Eintritt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 15-17 Uhr
Sonntag: 11-18 Uhr
An Feiertagen geschlossen

 

 

Sonderausstellung „Spiele(n) in der Antike“ 29. Oktober 2017 bis 14. Januar 2018 im Akademischen Kunstmuseum Bonn

 

Die aktuelle Sonderausstellung des Akademischen Kunstmuseums Bonn zeigt, dass Spiele schon in der Antike ein beliebter Zeitvertreib für Kinder und Erwachsene waren.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Studierenden der Klassischen Archäologie, die sich in verschiedenen Seminaren unter der Leitung von Professor Dr. Rumscheid (Direktor des Museums und des Instituts für Klassisch Archäologie) und Dr. Kornelia Kressirer (Kustodin des Museums) mit der Überlieferung zu antiken Spielen beschäftigten.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Neben originalem Spielzeug für Kinder wie Puppen mit beweglichen Gliedmaßen, Figuren von Tieren, Rasseln oder Murmeln gibt es auch zahlreiche Darstellungen von Spielenden in der antiken Bildkunst zu sehen. Zitate aus der antiken Literatur ergänzen die materiellen Funde.

Wie auch heute noch, spielten in der Antike aber nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Alle Schichten der Bevölkerung – vom Kaiser bis zum Sklaven – frönten dem Würfelspiel oder verschiedenen Brettspielen. Dabei spielte man wie heute zum Teil um hohe Geldbeträge. Und selbst die Götter stellte man beim Spiel dar.

Ein beliebtes Spiel bei Festgelagen war das „Kottabos“, ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem es darum ging, mit dem letzten Tropfen in der Trinkschale ein Ziel zu treffen.

Auch tierische Spielkameraden gab es bereits in der Antike. Besonders beliebt waren Hunde, v.a. der Spitz, die sich auf zahlreichen Darstellungen finden oder auch als Figuren gefunden wurden. Weitere Spieltiere waren beispielsweise Tauben oder Hasen.

Damit es nicht nur bei der Theorie bleibt, können einige der antiken Spiele, deren Regeln schriftlich überliefert sind, auch praktisch erprobt werden.

Insgesamt gibt die Ausstellung einen gelungenen Überblick über Spiele in der Antike und zeigt auch, wie sich einige Spiele sogar bis in die heutige Zeit fast unverändert erhalten haben.

 

Ort:
Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

Preis:
Eintritt: 3,- Euro, ermäßigt: 1,50 Euro
Schüler, Studierende u.v.m.: freier Eintritt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 15-17 Uhr
Sonntag: 11-18 Uhr
An Feiertagen geschlossen

 

Weitere Info zur Ausstellung:

 

 

Wasserversorgung des antiken Rom

Für die Wasserversorgung Roms wurden nach und nach 11 Wasserleitungen, die bis zu 91 km lang waren. Der römische Architekt Vitruv (1. Jh. n. Chr.) erzählt von Steuern für Wasser, die aber 11 v. Chr. aufgehoben wurden. Frontinus, ein römischer Konsul, der 97 n. Chr. auch Aufseher über das Wassersystem (curator aquarum) war, überlieferte uns in einem Buch Informationen über Lage und Ergiebigkeit der Quellen, Verlauf und Kapazität der Leitungen sowie Anzahl und Organisation der Angestellten in der Verhaltung und Instandhaltung der Wasserleitungen.

Die älteste Wasserleitung, die Aqua Appia, wurde 312 v. Chr. gebaut und führt von Praeneste nach Rom. Die Kapazität dieser mehr als 16 km langen und meist unterirdisch verlaufenden Leitung betrug 73.000 Kubikmeter pro Tag. Der Anio Vetus, gebaut 272 v. Chr., ist mehr als 63 km lang. Zwischen 144 und 140 v. Chr. wurde die Aqua Marcia angelegt, die zu einem großen Teil oberirdisch verlief. Diese Wasserleitung war mehr als 90 km lang.

Weitere Wasserleitungen waren:

  • Aqua Tepula (125 v. Chr.)
  • Aqua Julia (33 v. Chr.)
  • Aqua Virgo (19 v. Chr.)
  • Aqua Alsietina (Augusta) (10–2 v. Chr.)
  • Aqua Claudia (38–52 n. Chr.)
  • Anio Novus (38–52 n. Chr.)
  • Aqua Traiana (109 n. Chr.)
  • Aqua Alexandrina (226 n. Chr.)

Die Gesamtkapazität all dieser Wasserleitungen betrug fast 1 Million Kubikmeter pro Tag!

Die meisten Wasserleitungen arbeiteten mit Gefälle, aber es gab auch Druckleitungen. Die Anfangspunkte der Aquädukte wurden oft durch Quellheiligtümer hervorgehoben. In der Stadt wurde das Wasser normalerweise in ein großes Wasserbecken geleitet. In diesem sogenannten Castellum (Bsp. in Nimes) wurde das Wasser gereinigt und dann mithilfe von Ton- oder Bleidruckrohren an die verschiedenen Abnehmer verteilt. Das Wasser wurde vor allem für die öffentlichen Thermen und großen Brunnen oder Nymphäen der Stadt verwendet. Privatleute mussten ihr Wasser meist an einem der öffentlichen Brunnen hole. Wer es sich leisten konnte, konnte sich allerdings auch gegen Bezahlung an die Wasserversorgung anschließen lassen.

Der bekannteste Abwasserkanal Roms ist die Cloaca Maxima, die zu einem Kanalsystem zur Entwässerung des Gebiets des späteren Forum Romanum gehörte. Die Cloaca Maxima ist bis zu 3 Meter hoch und bis zu 4 Meter hoch.

Die Wasserver- und -entsorgung der Städte gehörte neben dem Verkehrsnetz zu den wichtigsten Neuerungen, die die Römer in die erorberten Gebiete brachten. Bekannte Beispiele sind der Pont du Gard, das Aquädukt in Segovia oder die Wasserleitung aus der Eifel nach Köln.

 

Konservierung und Rekonstruktion archäologischer Denkmäler

Matronen-Heiligtum, Nettersheim

Im Rahmen des zweiten „Internationalen Kongresses der Architekten und Denkmalpfleger“ 1964 in Venedig wurde am 31. Mai 1964 die sogenannte Charta von Venedig unterzeichnet.

Diese Charta fasste den Denkmalbegriff weiter als zuvor. Nicht nur das einzelne Denkmal, sondern auch ganze ländliche oder städtische Bereiche waren jetzt schützenswert, und auch Industriebauten usw. gehörten nun zu den Denkmälern. Eine wichtige Forderung der Charta von Venedig war die Erhaltung der Orginalsubstanz. Rekonstruktionen sollten nicht frei „erfunden“ werden, sondern nur aus vorhandenen Teilen bestehen.

In den 80er Jahren des 20. Jhs. kam es dann zu einem wahren Boom archäologischer Freilichtmuseen, die eine Vielzahl von Rekonstruktionslösungen zeigen. Der erhaltene Grundriss kann beispielsweise durch Hecken (z. B. Grundrisse von Wohnhäusern, Xanten) oder eine farbliche Kennzeichnung im Straßenpflaster (z.B. Grundriss der St. Martinskirche hinter dem Bonner Münster) markiert werden.

Wird das Denkmal am Originalort zugänglch gemacht, wird es mit einer Schutzschicht überzogen. Über dieser Schicht kann das Denkmal dann mehr oder weniger stark ergänzt werden (Villa in Holheim bei Nördlingen). In der Regel achtet man darauf, dass die Ergänzung gut zu erkennen ist.

Bei der sogenannten Translokation wird das Gebäude dagegen abgebaut und an einem anderen Ort wieder aufgebaut (z. B. Tempel von Abu Simbel, Ägypten).

Die sicherste und dauerhafteste Bewahrung bzw. Konservierung bieten jedoch Schutzbauten, da sie das Denkmal vor Kälte, Feuchtigkeit usw. schützen. Möglich sind hier einfache Abdeckungen oder Schutzdächer in Form von Holz-, Stahl- oder Ziegelkonstruktionen.

Auch komplette Schutzhäuser kommen infrage. Diese umgeben das Denkmal (Bad Neuenahr – Ahrweiler: römische Villa am Silberberg) oder erheben sich auf den antiken Mauern. In einigen Fällen rekonstruieren die Schutzbauten sogar das ursprüngliche Aussehen des Gebäudes (z. B. die großen Thermen in Xanten).

In einigen Fällen können die Denkmäler auch im modernen Bau zugänglich gemacht werden, so zum Beispiel der römische Keller im Haus der Geschichte in Bonn.

Amphoren

Unter Amphoren versteht man bauchige, zweihenkelige Vorratsgefäße aus Ton oder Metall mit enger Mündung. Neben reich bemalten Exemplaren, die zum Luxusgeschirr zählten, gab es auch einfache Amphoren, die zum Transport von Wein, Öl und anderen Flüssigkeiten sowie von Salzfischen, Hülsenfrüchten usw. verwendet wurden. Diese liefen unten oft so spitz zu, dass man sie in ein Gestell stellen oder halb eingraben musste, um sie zu füllen.

Zum Abdichten bestrich man Amphoren ca. 1-2 cm dick mit Pinienharz. Die Mündung wurde durch Tierhäute, Kork, Steine, Tondeckel usw. verschlossen und dann versiegelt.

Da man diese Transportamphoren schlecht legen konnte, wurden sie von zwei Trägern an einer Stange getragen. Auf dem Schiff konnten die meisten Amphoren liegend gelagert werden. Bei Weinamphoren erfolgte die Lagerung mit der Mündung nach unten. Dadurch blieb der Verschluss feucht und der Wein hielt sich besser.

Die Form von Transportamphoren veränderte sich im Laufe der Zeit und bietet daher gute Datierungshilfen. So werden die Gefäße vom 4. bis zum 1. Jh. v. Chr. immer schlanker und höher. Auch die Stempel der Amphoren helfen bei der Datierung der Gefäße. Diese meist rechteckigen Stempel sind in der Regel 1-2 cm groß und wurden vor dem Brand an der Henkeloberseite angebracht. Die Stempel nennen Substanz, Herkunft, Jahrgang, Produzent und/oder Hersteller.

Die Stempel ermöglichen es auch, Handelsbeziehungen zwischen verschiedenen Regionen nachzuvollziehen und geben wertvolle Hinweise über die Herkunft verschiedener Produkte. Amphoren wurden offenbar – wie heutige Einwegflaschen – nur einmal verwendet und weggeworfen, wenn sie leer waren.

Die Amphore war auch eine Maßeinheit: die römische Amphore entsprach 26,26 Litern, die griechische je nach Stadt 20 – 26 Liter.

Jenseitsvorstellungen in der Antike

Was ist das Leben und was kommt danach? Diese Frage beschäftigte schon unsere Vorfahren und so wie heute waren auch bei Griechen und Römern Jenseits und Tod nicht genau definiert.

Die sichersten Zeugnisse über die Jenseitsvorstellungen bilden die Grabepigramme, die Inschriften auf den Grabmälern (vgl. R. Lattimore, Greeks and Roman Epitaphs (1962): thematisch gegliedert).

Die Epigramme zeigen, dass es keine feste Vorstellung über den Tod gab. Die Toten werden oft als anonyme Geisterschar, die Manen, dargestellt. Dabei bleibt der Körper bleibt leblos zurück, während die Seele als blasser kraftloser Schatten im Grab oder im Hades wohnt. Später nahm man an, die Seele steige in den Äther bzw. den Himmel auf. Mysterienkulte, wie die Mysterien der Demeter oder des Dionysos, versprachen dagegen ein seliges Leben nach dem Tod.

Das Totenreich wird in den Epigrammen verschieden lokalisiert (vgl.  z. B. Lattimore S 41). Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Tod als letzter Schlaf beschrieben wird. Die Inschriften sprechen vom Todesschicksal und oft wird der vorzeitige Tod beklagt, z. B. bei Kindern oder bei noch unverheirateten Mädchen, also wenn die Kinder vor den Eltern sterben. Man findet Klagemotive, aber auch Trostmotive, z. B. die Ergebung in ein Schicksal, das allen Menschen beschieden ist. Ein besonderer Trost ist ewiges Gedächtnis oder ewiger Ruhm. Daher werden die Errungenschaften des Toten in seinem Leben hervorgehoben und seine Tugenden.

Die Epigramme zeigen ein umfassendes Spektrum von Auffassungen von Tod und Jenseits. Die Darstellungen auf Grabmälern können zudem die Epigramme verstärken oder ergänzen, müssen aber nicht unbedingt das gleiche Thema wiedergeben wie die Epigramme (vgl. H. Häusle, Das Denkmal als Garant des Nachruhms (1980)). Grabmäler sind vor allem Monumente, d.h. sie dienen dem Gedächtnis und dem Nachruhm.

 

Literatur:

  • R. Lattimore, Greeks and Roman Epitaphs (1962)
  • H. Häusle, Das Denkmal als Garant des Nachruhms (1980)
  • J. Fugmann / A. Kolb, Tod in Rom: Grabinschriften als Spiegel römischen Lebens (2008)