19.04.2018 Vortrag: „Der Löwe von Tadmur. Palmyra und die Weltpolitik des 3. Jahrhunderts n. Chr.“ (Prof. Dr. Michael Sommer, Oldenburg)

 

Zeit: 18:15 Uhr

Adresse:

Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

Eintritt frei

 

 

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18.04.2018 Vortrag: „Staatliche Antikensammlung und Glyptothek München“ (Dr. Knauß, München)

 

Zeit: 19:00 Uhr

Adresse:

Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

Eintritt frei

 

 

Im Meer versunken – Sizilien und die Unterwasserarchäologie

Ausstellung im LVR-LandesMuseum Bonn – verlängert bis 24.6.2018

Vor den Küsten Siziliens lagern noch heute viele versunkene Schätze. Zu allen Zeiten waren Schiffe von und nach Sizilien unterwegs. Sie transportierten Menschen oder führten Handelsgüter mit sich. Doch aufgrund von schlechten Wetter- und Strömungsverhältnissen oder Piratenüberfällen erreichten viele dieser Schiffe nicht ihr Ziel. Auch Seeschlachten forderten in diesen Gewässern ihre Opfer.

Eine Ausstellung im LVR-LandesMuseum Bonn widmet sich den Funden, die Schatzsucher und Unterwasserarchäologen rund um Sizilien gemacht haben. Diese Funde erzählen von der Bedeutung Siziliens als umkämpftes Zentrum des Mittelmeeres. Hier haben sich Phönizier, Griechen, Römer, Araber, Normannen und Byzantiner verewigt.

Der erste Raum präsentiert einige Amphoren, die dem Transport von Öl, Wein oder Fischsauce (Garum) dienten. Auch führt uns dieser Raum in die Welt der Mythen rund um das Mittelmeer. Hier begegnen uns zum Beispiel Monster aus den Irrfahrten des Odysseus: Skylla und Charybdis, die die Meerenge von Messina bewachen, oder die Sirenen. Andere, friedfertige Meereswesen galten sogar als Glückbringer.

Im nächsten Raum geht es um die Rolle Siziliens im Kampf um die Vormachtstellung im Mittelmeer. Diese hatten zunächst mehrere Jahrhunderte lang die Phönizier bzw. die Karthager inne, bis sie von den Römern abgelöst wurden. Rammsporne gesunkener Kriegsschiffe und Helme zeugen von den Seeschlachten im Verlauf der drei punischen Kriege.

Im dritten Raum sehen wir Luxusgüter wie Statuen und kostbares Geschirr, die sich wohlhabende Römer zum Schmuck ihrer Häuser aus allen Teilen des Mittelmeerraums liefern ließen. Schiffstransporte waren dafür die günstigste Option. Von den ausgestellten Stücken seien hier das Fragment eines bronzenen Elefantenfußes genannt sowie einige Statuen eines vor Mahdi an der tunesischen Küste gefundenen Wracks.

Der letzte Raum gibt einen Überblick über die weitere Geschichte Siziliens unter Byzantinern, Arabern und Normannen. Aus byzantinischer Zeit stammen beispielsweise vorfabrizierte Architekturteile für Kirchen.

Damit die noch unter Wasser verborgenen Schiffe mit den neuesten Methoden untersucht werden können, kümmert sich inzwischen eine eigene Institution, die Soprintendenza del Mare, um den Schutz und die wissenschaftliche Erforschung der Fundplätze vor der Küste Siziliens.

Begleitheft zur Ausstellung:
http://www.landesmuseum-bonn.lvr.de/media/lmb/ausstellungen/pdf/Booklet_Sizilien_Web_03012018.pdf

Auswahlbibliographie:
http://www.landesmuseum-bonn.lvr.de/media/lmb/forschung/pdf_3/Bibliografie_Sizilien_Aufl2.pdf

Das Pantheon in Rom (Teil 2)

Der Außenbau des Pantheons ist dreigeschossig gegliedert, innen ist der Kuppelbau nur zweigeschossig. Der ganze Bau ist auf den Innenraum hin konzipiert. Der Fußboden ist mit Marmorplatten ausgelegt, deren Muster die Kassetten der Kuppel nachahmen. Der Fußboden ist leicht nach außen abfallend und es gibt Kanäle für das Regenwasser.

An der Wand finden wir abwechselnd rechteckige und halbrunde Nischen, in deren Öffnung je zwei Säulen standen. Jeder Wandabschnitt wird zudem von vorgelagerten, freistehenden Säulen eingerahmt. Diese bilden ein umlaufendes System, auf dem das Obergeschoss aufliegt. Die Säulen dort haben dagegen keine tragende Funktion mehr. Hier handelt es sich nur um eine Scheinarchitektur. Die dem Eingang gegenüberliegende Nische reicht bis ins Obergeschoss.

In die Wände waren farbige Marmorplatten in die Wand eingelassen. Unten finden wir gelbe, grüne und rote Marmorplatten, oben gelbe und rote. Die Beleuchtung des Raumes erfolgte einzig durch die Öffnung in der Kuppel.

Die genaue Nutzung des Gebäudes ist nicht ganz klar. Der Name Pantheon weist darauf hin, dass hier mehrere Götter verehrt wurden. Welche allerdings genau, ist nicht überliefert. Nur Venus, Mars und Divus Iulius, der vergöttlichte Caesar, werden bei Cassius Dio genannt. Cassius Dio schreibt aber auch, dass Hadrian hier Gericht hielt. Im dritten Jahrhundert ist hier eine Bibliothek erwähnt.

608 n. Chr. schenkte der oströmische Kaiser Phokas das Gebäude Papst Bonifatius IV., der es zu einer Kirche umwandelte. In späteren Jahrhunderten wurde das Pantheon zur Grabeskirche von bedeutenden Künstlern wie dem Maler Raffael. Auch die ersten italienischen Könige Viktor Emanuel II. und Umberto I sowie Umbertos Ehefrau Margarethe von Italien fanden hier ihre letzte Ruhestätte.

Die Nutzung als Kirche ist wohl auch der Grund dafür, dass das Pantheon heute einer der am besten erhaltenen Bauten der römischen Antike ist. Zur modernen Forschung zum Pantheons siehe auch https://web.archive.org/web/20140505212308/http://www.digitalpantheon.ch/

 

Literaturauswahl:

  • C. Grau, Pantheon Projekt. Textem, Hamburg 2011
  • A. Grüner, Das Pantheon und seine Vorbilder. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts. Römische Abteilung. Band 111, 2004, S. 495–512.
  • G. Heene, Baustelle Pantheon. Planung, Konstruktion, Logistik. Bau + Technik, Düsseldorf 2004
  • W.-D. Heilmeyer, Apollodorus von Damaskus, der Architekt des Pantheon. In: Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts. Band 90, 1975, S. 316–347
  • W.-D. Heilmeyer / E. Schraudolph / H. Wiewelhove, Der Ruhm des Pantheon. Antikensammlung Staatliche Museen zu Berlin, 1992
  • T. A. Marder /M. Wilson Jones, The Pantheon: From Antiquity to the Present. Cambridge University Press, New York 2015.
  • W. Martini: Das Pantheon Hadrians in Rom. Das Bauwerk und seine Deutung (= Sitzungsberichte der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der J. W. Goethe-Universität Frankfurt am Main. Band XLIV, Nr. 1). Steiner, Stuttgart 2006
  • E. La Rocca: Agrippa’s Pantheon and Its Origin. In: Tod A. Marder, Mark Wilson Jones (Hrsg.): The Pantheon. From Antiquity to the Present. Cambridge University Press 2015, S. 49–78 (Online).