19.08.2018 Sonntagsführung: Keramikgefäße und ihre Verwendung durch die Zeit (Marie-Claire Born)

 

Uhrzeit: 11.15 Uhr

Adresse:

Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

Preis für Erwachsene: 3 € (Eintritt und Vortrag)

 

Advertisements

12.08.2018 Sonntagsführung: Die Münzprägung des Augustus – Innovation und Tradition (Reinholdt Schwarz)

 

Uhrzeit: 11.15 Uhr

Adresse:

Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

Preis für Erwachsene: 3 € (Eintritt und Vortrag)

 

Limeseum und Römerpark Ruffenhofen (Teil 3)

Die Funde aus dem Ruffenhofener Lager befinden sich im Limeseum, einem 2012 eingeweihten Museum beim Römerpark. Das Museum gliedert sich in die vier Themenbereiche „Typisch Rom“, „Eine Grenze für Rom“, „Soldaten für Rom“ und „Das Leben im Vicus“. Zusätzlich gibt es ein Museumskino und Raum für Sonderausstellungen.

Vorbei an Zitaten zum Limes von der Antike bis heute führt uns der Weg zunächst zu einem Bereich, der uns typische Errungenschaften präsentiert, die um ca. 100 n. Chr. im Zuge der römischen Eroberung auch in die Gegend des heutigen Ruffenhofen kamen. Dazu gehören Gemmen und Münzen sowie Häuser mit Wandmalereien, Fußbodenheizung und Wandheizung. Ein weiteres wichtiges Kulturgut der Römer war ihre Sprache und die Schrift, einheitliche Maße und Gewichte sowie der Straßenbau.

Die Grenzbefestigung am Limes illustriert eine Kopie von der Markussäule in Rom und ein Modell des Limes mit einem Wachtturm. Ein Plan und ein großes Modell zeigen uns Grundriss und Lage des Kastells von Ruffenhofen und der dazugehörigen Zivilsiedlung. Ein Themenschwerpunt in diesem Bereich ist auch die Dendrochronologie, mit deren Hilfe die gefundenen Palisadenhölzer usw. datiert werden konnten. Auch andere archäologische Methoden werden hier vorgestellt, z. B. die Luftbildarchäologie oder geomagnetische Prospektion.

Auch zu den stationierten Soldaten geben uns verschiedene Funde Auskunft. So fand man beispielsweise das Fragment eines Militärdiploms, mit dem der Helvetier Villmus zum Ende seiner Dienstzeit das römische Bürgerrecht erhielt. Ein weiterer namentlich bekannter Soldat aus Ruffenhofen ist December, der seinen Helm mit seinem Namen markierte.

December begleitet uns durch das ganze Museum. Er dient als Beispiel für den möglichen Lebenslauf eines römischen Soldaten – von seiner Zeit als Soldat über seine Entlassung als römischer Bürger bis hin zu seinem anschließenden Leben als Handwerker zusammen mit Frau und Kind in der Zivilsiedlung vor dem Lager. Vom Leben im Vicus erzählen Spielzeug, Schmuck, Utensilien zur Schönheitspflege und verschiedene Gegenstände für den Haushalt. Aber auch zum Totenkult und zur Religion geben die Funde aus der Zivilsiedlung und den umliegenden Gutshöfen Auskunft.

Im Museumskino kann man das Gesehene noch einmal vertiefen, bevor man im letzten Raum, der auch für Sonderausstellungen dient, durch das große Panoramafenster einen Blick auf den Römerpark werfen kann.

Literatur:
Matthias Pausch (Hrsg.): Limeseum Ruffenhofen: An den Grenzen des Römischen Reiches – Ein Museumsführer Heinl, Rednitzhembach 2013

Limeseum und Römerpark Ruffenhofen (Teil 2)

Das römische Kastell von Ruffenhofen liegt an der Mündung des Denzenbachs in den Fluss Wörnitz und ca. 1,5 km von der Mündung der Sulzach in die Wörnitz. Anfangs handelte es sich vermutlich um ein Holzkastell, das erst Mitte des 2. Jhs. n. Chr. in Stein erneuert wurde. Vom Holzkastell wurde allerdings bisher nichts gefunden. Das Steinkastell war 190 x 197 m groß. Die Hauptseite, d.h. die dem Feind zugewandte Seite, war nach Nordosten zum Hesselberg ausgerichtet. An dieser Seite befand sich zwischen der Porta Praetoria mit zwei Durchfahrten und den Ecktürmen jeweils ein weiterer Turm. Auch an den beiden anschließenden Seiten hatten die Tore zwei Durchfahrten. Die Anzahl der Zwischentürme ist an diesen Seiten jedoch noch unklar. Das Tor an der Rückseite hatte nur eine Durchfahrt und hier scheint es auch keine Zwischentürme gegeben zu haben. Das Lager war außerdem von Gräben umgeben, wobei die beiden äußeren vermutlich erst im 3. Jh. angelegt wurden.

Von der Innenbebauung des Kastells konnten die Principia, das Stabs- und Verwaltungsgebäude, die große Mehrzweckhalle über der Via principalis sowie der dahinter liegende Hof mit umliegenden Diensträumen und Fahnenheiligtum nachgewiesen werden. Auch von den in Holz errichteten Wohnbaracken der Soldaten konnten durch geophysikalische Methoden fünf Bauten dokumentiert werden.

Das Ruffenhofener Kastell scheint Mitte des 3. Jhs. n Chr. verlassen worden zu sein, als es offenbar einem Brand zum Opfer gefallen worden war.

Vor dem Kastell erstreckte sich der Vicus, die Zivilsiedlung, offenbar etwa 700 Meter nach Süden und Südosten. Von dieser Siedlung ist bisher nicht viel nachgewiesen. Nachgewiesen werden konnte die Gräberstraße, eine Therme und möglicherweise ein kleiner Tempel.

(Fortsetzung folgt …)

Limeseum und Römerpark Ruffenhofen (Teil 1)

Im Hinterland des obergermanisch-rätischen Limes, der seit 2005 zum UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“ gehört, entstanden ab ca. 100 n. Chr. Kastelle, deren Besatzung die Grenze schützen sollte. Eines dieser Lager entstand gut 2 km vom Limes entfernt beim heutigen Ort Ruffenhofen im Kreis Ansbach.

Das römische Kastell von Ruffenhofen lag zwischen den Kastellen Aalen und Weißenburg und ist ca. 3,7 Hektar groß. Die Fläche des Lagers wurde in späteren Jahrhunderten nicht überbaut, sondern nur landwirtschaftlich genutzt. Um die archäologischen Strukturen im Boden zu schützen, begann man 2002 mit dem Ankauf der Flächen und der Einrichtung des Römerparks Ruffenhofen, der auch die zum Lager gehörende Zivilsiedlung umfasst.

Als Teil des UNESCO Welterbes darf das Lager nicht ausgegraben werden. Stattdessen wird es mit zerstörungsfreien Methoden erforscht (sogenannte geophysikalische Prospektion). Die Umrisse des Lagers und seiner Innenbauten werden durch Pflanzen markiert.

Der Weg durch den Römerpark (Lageplan) beginnt an einem Aussichtshügel, von dem man sich einen ersten Überblick über das Gelände verschaffen kann. Ein Modell im Maßstab 1:10 einen veranschaulicht die bisher gefundenen Strukturen.

Detaillierte Informationen zum Kastelle und der Zivilsiedlung findet der Besucher an verschiedenen Stationen des Spaziergangs anhand von Schildern, Bildszenen und Abgüssen römischer Steindenkmäler.

 

(Fortsetzung folgt …)