Augusta Emerita, Spanien (Teil 3)

Aufgrund der Fülle der römischen Reste in Mérida sollen im Folgenden nur noch einige Ruinen im Überblick vorgestellt werden.

Gleich neben dem Theater liegt das Amphitheater, in dem Gladiatorenkämpfe usw. stattfanden. Diese Art Schauspiel war bei den römischen Massen viel beliebter als Theaterstücke und so fanden in dem 8 v. Chr. eingeweihten elliptischen Bau 15.000 Zuschauer Platz. Auch hier war der Zuschauerraum in die Ebenen unterteilt, wobei nur der untere Bereich erhalten blieb.

Ein weiterer Publikumsmagnet römischer Zeit war Pferderennbahn (Circus), deren Reste am Stadtrand von Mérida liegen. Die Anlage war etwa 400 x 100 Meter groß und bot 30.000 Zuschauern Platz. Der Circus wurde vermutlich unter Kaiser Tiberius im 1. Jh. n. Chr. gebaut.

Neben dem Amphitheater kann man die Reste eines größeren Gebäudekomplexes besichtigen. Das Gebäude wurde um einen von Säulenhallen umgebenen Hof herum errichtet und wurde vom 1. bis zum 3. Jh. n. Chr. genutzt. Dabei wurde es immer wieder umgebaut. Bis heute haben sich zahlreiche Mosaiken und Reste der Wandbemalung erhalten. Man kann die Reste eines Bades und einer Küche sehen. Ob es sich bei diesem Komplex um ein Haus handelt oder um mehrere ist nicht klar. Hier können nur weitere Ausgrabungen Klarheit schaffen.

Etwas abseits gelegen sieht man neben dem Gebäudekomplex einen Teil des San Lazaro Aquaedukts und zwei Wassertürme.

Ein weiteres großes Wohnhaus, das sogenannte Mithräum-Haus (nach einem in der Nähe gefundenen Kultraum des Mithraskults), ist um mehrere Höfe herum errichtet worden. Auch hier kann man die Reste des Bades sehen sowie Mosaiken und Reste von Wandmalereien.

Außerhalb der Stadt sieht man die beeindruckenden Reste mehrerer Aquädukte, die die Wasserversorgung der Stadt sicherstellten: das Aquädukt Los Milagros und das Aquädukt Rabo de Buey (bzw. San Lázaro).

Viele Funde aus den Ausgrabungen sind im Museo Nacional de Arte Romano untergebracht, dem sich das letzte Kapitel dieser Reihe widmen wird.

 

(Fortsetzung folgt …)

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17.03.2019 Sonntagsführung: Kunst für die Massen – Die Terrakotten im AKM (Rebecca Telöken)

 

Uhrzeit: 11.15 Uhr

Adresse:

Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

Preis für Erwachsene: 3 € (Eintritt und Vortrag)

 

Augusta Emerita, Spanien (Teil 2)

Das beeindruckendste römische Bau in Mérida ist das Theater. Eine Inschrift belegt, dass Marcus Agrippa, Freund und Schwiegersohn von Kaiser Augustus, das Theater errichten ließ. Die Einweihung erfolgte ca. 15 v. Chr. Im Verlauf der Jahrhunderte wurde das Theater – vor allem das Bühnengebäude – mehrfach verändert, z. B. unter Kaiser Hadrian, wie eine erhaltene Inschrift überliefert.

Das Theater bot 6000 Zuschauern Platz. Das Halbrund der Sitzplätze (Cavea) ist vertikal in sechs Abschnitte unterteilt und horizontal in drei Bereiche. Die unteren Teile sind jeweils noch heute recht gut erhalten oder restauriert während die oberen Reihen schlecht erhalten sind. Vor der Cavea lag die halbkreisförmige Orchestra, wo sich der Chor befand.

Den Abschluss bildete die Bühne für die Schauspieler und die dahinter liegende Fassade, die als Kulisse diente. Die Bühne war ursprünglich mit Holz bedeckt und verschiedene Löcher im Unterbau lassen auf Pfosten für Vorhänge und andere für Aufführungen notwendige Elemente schließen. Die Bühnenfassade ist mit korinthischen Marmorsäulen in verschiedene Abschnitte gegliedert. Zwischen den Säulen waren Statuen von Göttern und vermutlich auch Kaisern aufgestellt. Die Fassade bot den Schauspielern drei Zugänge, über die sie die Bühne betreten konnten.

Hinter dem Bühnengebäude befindet sich ein Garten, der von Säulenhallen umgeben ist. Genau gegenüber der Bühne befindet sich ein kleiner Raum, der den Funden nach zu urteilen dem Kaiserkult galt.

In nachrömischer Zeit verfiel das Theater allmählich, füllte sich zu einem großen Teil mit Erde und diente teilweise als Steinbruch. Anfang des 20. Jhs. begann man mit Ausgrabungen und seit 1933 wird das Theater beim jährlich stattfindenden Sommerfestival wieder für Aufführungen klassischer Stücke genutzt.

 

(Fortsetzung folgt …)

Augusta Emerita, Spanien (Teil 1)

Mérida, die Hauptstadt der Extremadura wurde 25 v. Chr. unter dem römischen Kaiser Augustus gegründet und für jeden, der sich für Römer interessiert, eine Reise wert. Colonia Iulia Augusta Emerita war die Hauptstadt der römischen Provinz Lusitania. Am Übergang der wichtigen Nord-Süd-Verbindung Via de la Plata über den Fluss Guadiana gelegen war die Stadt ein wichtiges wirtschaftliches, militärisches und kulturelles Zentrum.

Überall in der Stadt trifft man auf Spuren der Römer. Die wichtigsten Reste sind in einem archäologischen Park zusammengefasst und die Funde werden in einem eigenen Museum präsentiert.

Zwei Brücken haben sich erhalten: die Puente Romano über den Fluss Guadina und eine weitere Brücke über den Albarregas. Die Brücke über den Guadina befindet sich an einer Stelle des Flusses, an der es eine kleine Flussinsel gibt. Die ursprüngliche Brücke überspannte den Fluss in zwei mit einer Holzträgerkonstruktion verbundenen Bogengruppen. Als diese Brücke Anfang des 17. Jhs. bei einem Hochwasser zerstört wurde, wurden die übrigen Teile mit weiteren Bögen verbunden und misst heute 792 Meter.

Die Brücke über den Albarregas ist mit 145 m Länge dagegen wesentlich kürzer. Sie ist Teil der Hauptstraße Méridas und entstand wohl ungefähr zur gleichen Zeit wie die Brücke über den Guadiana.

Wie jede römische Stadt bildete das Forum das wirtschaftliche und religiöse Zentrum der Stadt. Die Lage des Forums von Augusta Emerita ist zwar bekannt, aber das Forum wurde nicht systematisch ausgegraben. Teil des Forums war unter anderem ein Tempel, der als Dianatempel bekannt ist (siehe Bild oben). Der Tempel diente jedoch stattdessen dem Kaiserkult. Er wurde um die Zeitenwende errichtet. Der Tempel stand auf einem Podium und war auf allen Seiten von Säulen umgeben. An der zum Forum ausgerichteten Vorderseite befand sich eine Freitreppe. An beiden Seiten wurde der Tempel von Wasserbecken flankiert. Da der Tempel in den Palast der Grafen de los Corbos integriert wurde, ist er auch heute noch recht gut erhalten.

 

(Fortsetzung folgt …)

Brücken im antiken Rom

Im antiken Rom überbrückte man den Tiber im Laufe der Jahrhunderte mit insgesamt sechs Brücken. Die älteste war die Pons Sublicius. Sie soll der Legende nach bereits im 7. Jh. v. Chr. nahe der Furt über den Fluss beim Forum Boarium errichtet worden sein. Die Pons Sublicius bestand aus Holz. Sie stand unter der Aufsicht von Pontifeces, sakralen Beamten, die für die Zeremonien und Opfer im alten Rom zuständig waren. Dazu gehörten beispielsweise auch die Prozessionen, die Mitte März über die Pons Sublicius durchgeführt wurden.

Erst ca. 172-174 v. Chr. ließen die Censoren Marcus Aemilius Lepidus und Marcus Fulvius Nobilior die erste Brücke über den Tiber errichten, die teilweise aus Stein bestand. Diese Pons Aemilius hatte zunächst nur Steinpfeiler, etwas später wurden auch die Bögen in Stein ersetzt. Die eigentliche Brücke bestand immer noch aus Holz. Die Pons Aemilius wurde noch bis ins Mittelalter genutzt. Noch heute steht ein Brückenbogen als Ponte Rotto mitten im Fluss.

Noch heute erhalten ist die 62 v. Chr. von Lucius Fabricius, dem damaligen Verantwortlichen für den Straßenbau, errichtete Pons Fabricius. Sie verbindet das linke Flussufer mit der Tiberinsel. Die beiden Bögen haben eine Spannweite von über 25 m und sind unter dem Wasserspiegel zu Kreisbögen zusammengeführt. Die zusätzliche Öffnung im Mittelpfeiler vermindert den Druck auf das Fundament und lässt bei Hochwasser das Wasser besser ablaufen.

Auch das Gegenstück der Pons Fabricius zum rechten Ufer, zwischen 60 und 40 v. Chr. errichtete die Pons Cestius (nach ihrem Erbauer Lucius Cestius) ist noch heute in Benutzung.

Die heutige Engelsbrücke geht auf Kaiser Hadrian zurück. Sie verband sein Mausoleum (die heutige Engelsburg) mit dem das Marsfeld und wurde 134 n. Chr. als Pons Aelius eingeweiht (nach seinem vollen Namen Publius Aelius Hadrianus).

Die Pons Milvius an der Ausfallstraße Via Flaminia wurde 109 n. Chr. erbaut. Bereits im 3. Jh. v. Chr. wird an dieser Stelle aber bereits eine Holzbrücke erwähnt. Diese „milvische Brücke“ erlangte vor allem Berühmtheit durch den Sieg Kaiser Konstantins über seinen Gegenspieler Maxentius 312 n. Chr.