Castra Regina – das römische Legionslager von Regensburg

Bereits aus keltischer Zeit gibt es in Regensburg viele Funde, die aber um 15 v. Chr. vollständig abbrechen. Um ca. 80 n. Chr. entstand dann ein Auxiliarlager in Holz-Erde-Technik im heutigen Stadtteil Kumpfmühl. Das von Graben und Palisaden umgebene Lager diente der Bewachung der Mündungen von Naab und Regen in die Donau und beherbergte eine Kohorte Hilfstruppen aus 1000 Fußsoldaten oder 500 berittenen Soldaten. Um das Lager herum entstand auch eine Zivilsiedlung. In der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts wurde das Lager zwar in Stein ausgebaut, aber auch diese Befestigung konnte nicht verhindern, dass das Lager und die Zivilsiedlung im Verlauf der Markomannen-Kriege kurz nach der Mitte des 2. Jahrhunderts zerstört wurden.

Ab etwa 175 n. Chr. ließ Kaiser Marc Aurel dann ein Legionslager aus Stein errichten. Dieses Castra Regina genannte Lager wurde 179 n. Chr. eingeweiht, wie eine Inschrift belegt. Die Inschrift befand sich ursprünglich über dem Osttor. Sie nannte Marc Aurel und seinen Sohn Commodus.

Wir können drei Bauphasen unterscheiden:

  1. Phase: 179 – 244 n. Chr.
  2. Phase: 244 – 330 n. Chr.
  3. Phase: 330 – 5. Jh. n. Chr.

In der ersten Phase (179 – 244 n. Chr.) errichtete Marc Aurel direkt an der Donau ein Lager für die 3. Italische Legion, die von Marc Aurel speziell für die Kriege gegen die Markomannen ausgehoben worden war. Etwa 6000 Mann stark war die Besatzung dieses Lagers. Es maß 440 x 450 Meter und wurde von Anfang an in Stein errichtet. Von der Innenbebauung sind Reste des Stabsgebäudes (Praetoria) und der Mannschaftsräume sowie eine kleine Therme in der Nordostecke erhalten.

Während der Alamanneneinfälle wurden 244 n. Chr. alle Gebäude zerstört. Danach wurde das Lager zunächst wieder komplett aufgebaut. Nach einer weiteren Zerstörung 288 n. Chr. wurde das Lager jedoch nur noch teilweise wieder aufgebaut.

Ab 330 n. Chr. erfolgte dann ein vollständiger Umbau. Das Lager wurde auf etwa ein Sechstel reduziert und man nutze nur noch die Nordostecke. Um 375 n. Chr. wurde das Lager ein weiteres Mal zerstört. Um 408 n. Chr. erfolgte ein erster Rückzug der römischen Truppen und 458 n. Chr. wurde das Lager endgültig aufgegeben. Das Lagerinnere wird später von Germanen besiedelt.

Einige Reste des römischen Lagers haben sich bis heute im Stadtbild Regenburgs erhalten. Dazu gehören das Nordtor (die Porta Praetoria) sowie einige Teile der östlichen Befestigungsmauer einschließlich der nordöstlichen und südöstlichen Ecke.

Interessante Website zum römischen Regensburg:

http://reinis-welten.de/regensburg/dieroemerinregensburg/dieroemischeepocheinregensburg/index.html

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Wasserversorgung des antiken Rom

Für die Wasserversorgung Roms wurden nach und nach 11 Wasserleitungen, die bis zu 91 km lang waren. Der römische Architekt Vitruv (1. Jh. n. Chr.) erzählt von Steuern für Wasser, die aber 11 v. Chr. aufgehoben wurden. Frontinus, ein römischer Konsul, der 97 n. Chr. auch Aufseher über das Wassersystem (curator aquarum) war, überlieferte uns in einem Buch Informationen über Lage und Ergiebigkeit der Quellen, Verlauf und Kapazität der Leitungen sowie Anzahl und Organisation der Angestellten in der Verhaltung und Instandhaltung der Wasserleitungen.

Die älteste Wasserleitung, die Aqua Appia, wurde 312 v. Chr. gebaut und führt von Praeneste nach Rom. Die Kapazität dieser mehr als 16 km langen und meist unterirdisch verlaufenden Leitung betrug 73.000 Kubikmeter pro Tag. Der Anio Vetus, gebaut 272 v. Chr., ist mehr als 63 km lang. Zwischen 144 und 140 v. Chr. wurde die Aqua Marcia angelegt, die zu einem großen Teil oberirdisch verlief. Diese Wasserleitung war mehr als 90 km lang.

Weitere Wasserleitungen waren:

  • Aqua Tepula (125 v. Chr.)
  • Aqua Julia (33 v. Chr.)
  • Aqua Virgo (19 v. Chr.)
  • Aqua Alsietina (Augusta) (10–2 v. Chr.)
  • Aqua Claudia (38–52 n. Chr.)
  • Anio Novus (38–52 n. Chr.)
  • Aqua Traiana (109 n. Chr.)
  • Aqua Alexandrina (226 n. Chr.)

Die Gesamtkapazität all dieser Wasserleitungen betrug fast 1 Million Kubikmeter pro Tag!

Die meisten Wasserleitungen arbeiteten mit Gefälle, aber es gab auch Druckleitungen. Die Anfangspunkte der Aquädukte wurden oft durch Quellheiligtümer hervorgehoben. In der Stadt wurde das Wasser normalerweise in ein großes Wasserbecken geleitet. In diesem sogenannten Castellum (Bsp. in Nimes) wurde das Wasser gereinigt und dann mithilfe von Ton- oder Bleidruckrohren an die verschiedenen Abnehmer verteilt. Das Wasser wurde vor allem für die öffentlichen Thermen und großen Brunnen oder Nymphäen der Stadt verwendet. Privatleute mussten ihr Wasser meist an einem der öffentlichen Brunnen hole. Wer es sich leisten konnte, konnte sich allerdings auch gegen Bezahlung an die Wasserversorgung anschließen lassen.

Der bekannteste Abwasserkanal Roms ist die Cloaca Maxima, die zu einem Kanalsystem zur Entwässerung des Gebiets des späteren Forum Romanum gehörte. Die Cloaca Maxima ist bis zu 3 Meter hoch und bis zu 4 Meter hoch.

Die Wasserver- und -entsorgung der Städte gehörte neben dem Verkehrsnetz zu den wichtigsten Neuerungen, die die Römer in die erorberten Gebiete brachten. Bekannte Beispiele sind der Pont du Gard, das Aquädukt in Segovia oder die Wasserleitung aus der Eifel nach Köln.

 

Konservierung und Rekonstruktion archäologischer Denkmäler

Matronen-Heiligtum, Nettersheim

Im Rahmen des zweiten „Internationalen Kongresses der Architekten und Denkmalpfleger“ 1964 in Venedig wurde am 31. Mai 1964 die sogenannte Charta von Venedig unterzeichnet.

Diese Charta fasste den Denkmalbegriff weiter als zuvor. Nicht nur das einzelne Denkmal, sondern auch ganze ländliche oder städtische Bereiche waren jetzt schützenswert, und auch Industriebauten usw. gehörten nun zu den Denkmälern. Eine wichtige Forderung der Charta von Venedig war die Erhaltung der Orginalsubstanz. Rekonstruktionen sollten nicht frei „erfunden“ werden, sondern nur aus vorhandenen Teilen bestehen.

In den 80er Jahren des 20. Jhs. kam es dann zu einem wahren Boom archäologischer Freilichtmuseen, die eine Vielzahl von Rekonstruktionslösungen zeigen. Der erhaltene Grundriss kann beispielsweise durch Hecken (z. B. Grundrisse von Wohnhäusern, Xanten) oder eine farbliche Kennzeichnung im Straßenpflaster (z.B. Grundriss der St. Martinskirche hinter dem Bonner Münster) markiert werden.

Wird das Denkmal am Originalort zugänglch gemacht, wird es mit einer Schutzschicht überzogen. Über dieser Schicht kann das Denkmal dann mehr oder weniger stark ergänzt werden (Villa in Holheim bei Nördlingen). In der Regel achtet man darauf, dass die Ergänzung gut zu erkennen ist.

Bei der sogenannten Translokation wird das Gebäude dagegen abgebaut und an einem anderen Ort wieder aufgebaut (z. B. Tempel von Abu Simbel, Ägypten).

Die sicherste und dauerhafteste Bewahrung bzw. Konservierung bieten jedoch Schutzbauten, da sie das Denkmal vor Kälte, Feuchtigkeit usw. schützen. Möglich sind hier einfache Abdeckungen oder Schutzdächer in Form von Holz-, Stahl- oder Ziegelkonstruktionen.

Auch komplette Schutzhäuser kommen infrage. Diese umgeben das Denkmal (Bad Neuenahr – Ahrweiler: römische Villa am Silberberg) oder erheben sich auf den antiken Mauern. In einigen Fällen rekonstruieren die Schutzbauten sogar das ursprüngliche Aussehen des Gebäudes (z. B. die großen Thermen in Xanten).

In einigen Fällen können die Denkmäler auch im modernen Bau zugänglich gemacht werden, so zum Beispiel der römische Keller im Haus der Geschichte in Bonn.