15.07.2017 Kolloquium „Neues aus der Alten Welt, Archäologische Forschungen in Bonn und Köln“

 

09:00 Uhr bis etwa 17:00 Uhr

Veranstalter:
Verbund archäologischer Institutionen KölnBonn
Ort:
Akademisches Kunstmuseum, Am Hofgarten 21, 53113 Bonn

 

Programm:

9.00 Begrüßung
9:15 Karin Kindermann (Univ. Köln, SFB 806): Die Ostwüste Ägyptens. Station des Modernen Menschen auf dem Weg nach Europa?
9:45 Isabell Schmidt (Univ. Köln, Forschungsstelle Afrika): Leben am Rand der Namibwüste – neue Erkenntnisse zur Besiedlungsgeschichte Namibias im Spätpleistozän
10:15 Pause
10:45 Jürgen Kunow und Steve Bödecker (Bonn, Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland): Der Niedergermanische Limes auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe. Impulsgeber für Forschung, Schutz und Vermittlung
11:15 Ludwig Morenz und David Sabel (Univ. Bonn, Ägyptologie): Material Turn der Epigraphik und New Philology – Die frühalphabetischen Inschriften aus Serabit el Chadim
11:45 Charikleia Armoni (Univ. Köln, Institut für Altertumskunde): Die Gründung einer neuen Stadt und eine ἄϲτοργος ἐρωμένη. Neues aus der Kölner Papyrussammlung
12:15 Mittagspause
14:00 Eckhard Deschler-Erb (Univ. Köln, Archäologie der römischen Provinzen): Neues aus den Provinzen. Ein Jahr Archäologie der Römischen Provinzen in Köln
14:30 Michael Heinzelmann (Univ. Köln, Klassische Archäologie): Elusa – Vom nabatäischen Handelsstützpunkt zur spätantiken Metropole im Negev
15:00 Dietrich Boschung und Caterina Parigi (Univ. Köln, Klassische Archäologie): Forschungen zur antiken Skulptur. Was macht das Forschungsarchiv für antike Plastik?
15:30 Pause
16:00 Christiane Vorster (Univ. Bonn, Klassische Archäologie): Antikenzeichnungen des 16. Jahrhunderts und Dresdner Pseudo-Antiken
16:30 Sabine Schrenk (Univ. Bonn, Christliche Archäologie): Eine ,römische‘ Katakombe bei Maastricht. Skurril und lehrreich

Die Vorträge sind öffentlich, der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

 

 

Das römische Kastell in Boppard

An der Stelle des malerisch am Rhein gelegenen Boppard gründeten bereits die Römer bald nach der Eroberung Galliens durch Caesar den Vicus Baudobriga (oder Bodobriga, Bontobrica). Dem Namen nach zu urteilen, ging diese Siedlung auf eine keltische Niederlassung zurück. Das heute im Bereich der Altstadt zu besichtigende römische Kastell wurde allerdings erst in der Mitte des 4. Jhs. n. Chr. errichtet und befand sich ca. 1 Kilometer östlich der ursprünglichen Siedlung.

Reste des Kastells kamen bei verschiedenen Baumaßnahmen und systematischen Grabungen im Verlauf des 20. Jhs. zutage. Der Grundriss zeichnet sich auch im Straßenplan der heutigen Stadt noch deutlich ab. Karmeliterstraße, Hindenburgstraße, Steinstraße/Ablaßgasse und Michelbachstraße/Untere Marktstraße folgen der Umfassungsmauer des Kastells. Vor allem die Hauptstraßen durch das Kastell sind gut zu erkennen: Oberstraße und Kirchstraße.

Das Kastell umfasste etwa 308 mal 154 Meter und besaß vermutlich 28 Türme. Im Westen, Osten und Süden konnten Eingänge nachgewiesen werden. Ob man das Kastell auch im Norden betreten konnte, ist noch unklar.

Von der Innenbebauung des Lagers ist nur das Badegebäude unter der Kirche St. Severus genauer erforscht worden. Das 50 x 35 Meter große Gebäude lehnte sich direkt an die nördliche Umfassungsmauer an. Man betrat das Bad durch einen Vorbau und kam dann zunächst in den Umkleideraum. An diesen schloss sich eine Halle an, die vermutlich sportlichen Aktivitäten diente, sowie ein durch eine Fußbodenheizung gewärmter Raum. Das eigentliche Bad mit Kaltraum, Warmbad und Heißbad schloss sich südlich an diese Raumflucht an.

Das Kastellbad fiel Anfang des 5. Jhs. n. Chr. einem Brand zum Opfer und einige Jahrzehnte später errichtete man an dieser Stelle den Vorgänger der heutigen St.-Severus-Kirche. Das Lager selbst wurde nach Rückzug der römischen Truppen verwendet. Nach Abzug der römischen Truppen – vermutlich in der ersten Hälfte des 5. Jhs. – zog sich die Zivilbevölkerung hinter die schützenden Lagermauern zurück, die zum Teil noch bis ins 12. Jh. als Stadtmauern dienten.

Der heutige archäologische Park umfasst etwa 55 m der Umfassungsmauer mit den dazugehörigen Türmen, von denen einer noch 8 Meter hoch erhalten ist. Hier sind außerdem drei der insgesamt 40 gefundenen Gräber zu sehen. Die Funde aus den Ausgrabungen befinden sich Museum der Stadt in der kurfürstlichen Burg.

Weitere Informationen:

Literaturauswahl:

  • Hubert Fehr: Das Westtor des spätrömischen Kastells Bodobrica (Boppard). In: Archäologisches Korrespondenzblatt. 9, 1979, S. 335–339.
    Josef Röder: Neue Ausgrabungen in Boppard. In: Rund um Boppard. Nr. 53, 1960.
    Günter Stein: Bauaufnahmen der römischen Befestigung von Boppard. In: Saalburg-Jahrbuch. 23, 1966, S. 106–133.
    Hans-Helmut Wegner: Boppard. Vicus, Kastell. In: Heinz Cüppers: Die Römer in Rheinland-Pfalz. Lizenzausgabe der Auflage von 1990. Nikol, Hamburg 2002, S. 344–346.

28.05.17 Führung “Mein Lieblingsstück“: Der Parthenon – Bauwerk zu Ehren Athenas (Dr. Isabel Leogrande)

In unregelmäßigen Abständen stellen ehemalige Studierende und Absolventen des Archäologischen Instituts des Universität Bonn ihr „Lieblingsstück“ in halbstündigen Vorträgen vor.

Uhrzeit: 15.30Uhr

Adresse:

Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

Preis für Erwachsene: 3 € (Eintritt und Vortrag)