Römermuseum Schwarzenacker (Saarland)

Das kleine archäologische Freilichtmuseum in Schwarzenacker, einem Ortsteil des saarländischen Ortes Homburg, zeigt die Reste eines römischen Vicus, um Christi Geburt entstand. Der Vicus lag in der Nähe der Kreuzung der Römerstraße von Trier nach Straßburg und jener von Metz nach Worms. Der Name der Siedlung ist bis heute unbekannt. Die Funde deuten jedoch darauf hin, dass es sich um ein wichtiges Handelszentrum handelte, das auch als Verwaltungssitz diente.

Zu besichtigen sind die ausgegrabenen Gebäude, Außenanlagen, Straßen und Kanäle. Das sogenannte Edelhaus, ein Gebäude aus dem frühen 18. Jh., veranschaulicht anhand der Funde aus dem Vicus den Alltag der gallo-römischen Bevölkerung. Vor der Eingangstreppe des Edelhauses wurden Nachbildungen lebensgroßer römischer Reiterstandbilder aufgestellt. Diese Standbilder, deren Originale sich im Historischen Museum von Speyer befinden, wurden 1887 im nahegelegenen Breitfurt entdeckt.

Ein Barockgarten führt zum Freilichtmuseum. Auf dem Weg dorthin passiert man die Rekonstruktion einer Jupiter-Giganten-Säule und einen gallo-römischen Umgangstempel für den Gott Merkur. Einige Stufen führen vom Garten hinauf zu dem Teil des römischen Vicus, der der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Das Gebiet um Schwarzenacker war bereits seit Jahrhunderten besiedelt, als der römische Ort mit dem für römische Neugründungen typischen Netz rechtwinklig aufeinandertreffender Straßen neu gegründet wurde. Parallel zur Hauptstraße gibt es gedeckte Abwasserkanäle.

Im Freilichtmuseum wurden einige Gebäude rekonstruiert, andere sind nur noch in ihre Grundmauern sichtbar. Einfachere Häuser, sogenannte Streifenhäuser, reihten sich entlang der Straßen. Sie konnten Keller, einen Hof, Backofen, Feuerstellen und Vorratsbehälter besitzen und waren meist zweigeschossig. Wandmalereien und Fußbodenheizungen zeugen auch in diesen Häusern von einem gewissen Luxus.

Das Haus des Augenarztes ist ein Beispiel für das Haus eines wohlhabenden Bürgers. Die Wohnräume umgaben einen Innenhof mit Backöfen und Feuerstelle. Die Fassade und ein Raum mit Fußbodenheizung wurden rekonstruiert.

An der Kreuzung befand sich eine Taberna, in der die Bewohner des Vicus, essen und trinken konnten. Rekonstruiert wurde der Raum für die Gäste und der Teil, in dem gekocht wurde und die Speisen (Eintöpfe usw.) in Behältern im Tresen präsentiert wurden.

Ein weiterer bemerkenswerter Fund war ein Keller, der mit einer zentralen Säulenreihe ausgestattet war. Die Säulen hatten im oberen Bereich Abstellflächen, auf denen wohl die Götterstatuetten aufgestellt waren, die man im Schutt fand: Merkur, Apollo, Neptun usw.

275/276 n. Chr. wurde die Siedlung offenbar im Verlauf der Germaneneinfälle zerstört. Zwar wurde der Ort wieder besiedelt, seine Bedeutung für Verwaltung und Handel war jedoch verloren.

 

Literaturauswahl:

  • Alfons Kolling, Die Römerstadt in Homburg-Schwarzenacker. Hrsg.: Stiftung Römermuseum Homburg-Saarpfalz. Ermer Verlag, Homburg 1993
  • Klaus Kell, Stiftung Römermuseum Homburg-Schwarzenacker (Hrsg.): Das römische Freilichtmuseum Homburg-Schwarzenacker. Ermer Verlag, Homburg 1996
  • Klaus Kell, Handel, Handwerk und Gewerbe: der vicus von Schwarzenacker. In: Vera Rupp, Heide Birley (Hrsg.): Landleben im römischen Deutschland. Theiss, Stuttgart 2012, S. 95–98
  • Kell, Klaus, Römermuseum Schwarzenacker Homburg. Schnell & Steiner, Regensburg 2008

 

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30.06.2019 Sonntagsführung im Akademischen Kunstmuseum Bonn: Bescheidenheit ist (k)eine Tugend – Präsentation von Beute in der Antike (Hannah Peters)

Sonntags führen Studenten der Archäologie in Bonn Führungen durch das Akademische Kunstmuseum Bonn oder bieten Vorträge zur antiken Kultur im Hörsaal des Archäologischen Instituts Bonn an.

Uhrzeit: 11.15 Uhr

Adresse:

Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

Preis für Erwachsene: 3 € (Eintritt und Vortrag)

 

Rezension: ANTIKE WELT (Hrsg.), Auferstehung der Antike. Archäologische Stätten digital rekonstruiert (2019)

 

Die Zeitschrift „ANTIKE WELT“ feiert dieses Jahr ihren 50. Geburtstag. Zum Jubiläum hat die Zeitschrift ein Sonderheft herausgegeben, das uns in die Welt digitaler Rekonstruktionen antiker Städte entführt.

Anhand von zahlreichen Projekten wird zum einen gezeigt, welche Möglichkeiten die moderne Technik bietet, antike Befunde zu visualisieren. Andererseits werden Methodik und Datengrundlage vorgestellt, die für eine realistische Visualisierung notwendig sind. Jedem Kapitel über eine antike Stätte wird ein großformatiges, über zwei Seiten gehendes Foto vorangestellt. Das Kapitel selbst stellt dann auf zwei Seiten die Stadt, die Fragestellung des Projekts und die Ergebnisse vor. Eine kleine Infobox enthält eine stichpunktartige Zusammenfassung des Projekts: Projekttitel, Projektzeitraum, Methodik, Durchführung.

Unter den 25 vorgestellten Projekten finden wir beispielsweise Uruk, Pi-Ramesse, Akrotiri, das Forum Romanum, die Heuneburg, den Hafen Roms (Portus Romae), das römische Ladenburg, Pergamon, das römische Köln und die Hagia Sophia in Istanbul.

Dazu gibt es vier allgemeine Kapitel mit Hintergrundinformationen zu:

  • Erstellung von 3D-Daten im archäologischen und kulturhistorischen Kontext
  • Erstellung von digitalen Oberflächen und Geländemodellen sowie 3D-Modellen
  • Visualisierung von 3D-Modellen
  • Bereitstellung von Informationen für Studien, Zustandsüberwachung und Replikation – Digitalisierung und Rematerialisierung des Grabs Sethos‘ I

Im Anhang findet sich die „Londoner Charta für die computergestützte Visualisierung von kulturellem Erbe“ von 2009, ein Literaturverzeichnis zur Vertiefung der vorgestellten Projekte sowie ein Glossar.

Abonnenten der Zeitschrift haben das Heft als broschierte Ausgabe erhalten. Die gebundene Buchausgabe ist für 40 € im Buchhandel erhältlich.

25.06.2019 Präsentation der ‚Antikensammlung Dr. Alois Mertes‘ im Akademischen Kunstmuseum Bonn

Prof. Dr. Frank Rumscheid, Direktor des Akademischen Kunstmuesums Bonn, präsentiert einen weiteren Neuzugang zur Museumssammlung, die Antikensammlung von Dr. Alois Mertes. Diese Schenkung umfasst vor allem antike Gefäße aus Zypern.

 

Uhrzeit: 17.30Uhr

Adresse:

Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

 

23.06.2019 Vortrag im Akademischen Kunstmuseum Bonn: Catwalk der Antike: Kleider machen Römer (Melanie Schäffler)

Sonntags führen Studenten der Archäologie in Bonn Führungen durch das Akademische Kunstmuseum Bonn oder bieten Vorträge zur antiken Kultur im Hörsaal des Archäologischen Instituts Bonn an.

Uhrzeit: 11.15 Uhr

Adresse:

Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

Preis für Erwachsene: 3 € (Eintritt und Vortrag)

 

16.06.2019 Sonntagsführung im Akademischen Kunstmuseum Bonn: Der Torso vom Belvedere – Möglichkeiten der Rekonstruktion (Reinhold Schwarz)

Sonntags führen Studenten der Archäologie in Bonn Führungen durch das Akademische Kunstmuseum Bonn oder bieten Vorträge zur antiken Kultur im Hörsaal des Archäologischen Instituts Bonn an.

Uhrzeit: 11.15 Uhr

Adresse:

Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

Preis für Erwachsene: 3 € (Eintritt und Vortrag)

 

02.06.2019 Sonntagsführung im Akademischen Kunstmuseum Bonn: Campanareliefs: Mythen aus dem Model (Till Müller)

Sonntags führen Studenten der Archäologie in Bonn Führungen durch das Akademische Kunstmuseum Bonn oder bieten Vorträge zur antiken Kultur im Hörsaal des Archäologischen Instituts Bonn an.

Uhrzeit: 11.15 Uhr

Adresse:

Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

Preis für Erwachsene: 3 € (Eintritt und Vortrag)