Das Pantheon in Rom (Teil 1)

Im Jahre 25 v. Chr. ließ Agrippa, Freund und Schwiegersohn von Kaiser Augustus, einen Tempel auf dem Marsfeld errichten. Es handelte sich um einen quergestellten, ca. 44 x 20 m großen Bau. Ausgrabungen in den 1990er Jahren haben ergeben, dass hinter diesem Bau offenbar ein runder Hof mit 44 m Durchmesser lag.

Im Jahre 80 n. Chr. wurde dieser Tempel durch einen Brand zerstört und unter Domitian wieder restauriert. Aber schon 110 n. Chr. fiel er erneut einem Brand zum Opfer. Die Errichtung des heutigen Baus begann eventuell schon unter Trajan; vollendet wurde das Pantheon jedoch unter Hadrian.

Der Neubau wurde von dem innovativen Architekten Apollodoros geplant. Man betritt den Tempel durch eine dreischiffige Vorhalle, deren äußere Schiffe in Conchen enden. Von dort aus gelangt man in die überkuppelte Rotunde.

Die Kuppel besteht aus Opus Caementicium. Die Kuppel wurde nicht in einem Stück gegossen, sondern man legte einzelne Ringe horizontal übereinander. Die Höhe der Kuppel entspricht etwa ihrem Durchmesser, sodass dem Gebäude ein vollständiger Kreis eingeschrieben werden kann.

Zur Überwölbung war zwar eine Mauerstärke von 6 m notwendig, nicht aber die entsprechende Masse. Daher konnte der Zylinder mit Nischen „ausgehöhlt“ werden. Zusätzlich gab es Entlastungsbögen in der Außenwand und weitere Bögen über den Nischen im Innern.

(Fortsetzung folgt …)

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01.02.2018 Vortrag: „Votiv, Bild und Ritual: eine Neubewertung der sogenannten Riha-Patene und ihrer Dekoration“ (Dr. Benjamin Fourlas, Mainz)

 

Zeit: 18:15 Uhr

Adresse:

Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

Eintritt frei

 

 

Parco Archeologico della Neapoli in Syrakus (Teil 2)

Gegenüber dem Eingang zur Latomia del Paradiso befindet sich der Altar des Hierons II, der ca. 215 v. Chr. errichtet wurde. Er war Zeus gewidmet und gilt als größter antiker Altar. Leider sieht man von dem riesigen 198 m x 22,8 m Altar heute nur noch den Teil, der aus dem Felsen gehauen wurde. Der übrige Altar wurde im 16. Jh. als Baumaterial verwendet.

Der Altar schloss sich an einen bereits bestehenden heiligen Bezirk an. Rampen führten zu beiden Seiten zu dem eigentlichen, im hinteren Teil über die ganze Länge gehenden Altar. Dieser wurde im 1. Jh. mit Säulenhallen umgeben. Den Platz zwischen diesen Portiken und dem Altar bepflanzte man mit fünf Reihen Pinien, die dem Zeus heilig waren. Im Zentrum befindet sich zudem ein Wasserbecken, in dem eine kolossale Zeusstatue stand.

Ein weiterer Publikumsmagnet des archäologischen Parks ist das griechische Theater. Dieses Theater wurde etwa um 230 v. Chr. unter Hieron II. gebaut. Es wurde aus dem Felsen herausgearbeitet und ist äußerst flach gestaltet. Der Zuschauerraum ist nur etwa 19 Meter hoch, hat aber einen Durchmesser von ca. 138 Metern. Er ist in neun Sektoren aufgeteilt, zwischen denen Treppen den Zugang ermöglichten, und auf halber Höhe durch einen umlaufenden Gang unterteilt. Im Zentrum der Zuschauertribüne stand eine Zeusstatue.

Das Bühnengebäude war vermutlich dreigeschossig. Davor befand sich eine Holzbühne, die versenkbar war. In dem darunterliegenden Gang konnten Theatermaschinen für Spezialeffekte gelagert werden. Vor dieser Bühne konnte bei Bedarf eine weitere, über Stufen zugängliche Holzbühne aufgestellt werden. Die Orchestra, der Raum zwischen Bühne und Zuschauerraum konnte über seitliche Gänge betreten werden.

In römischer Zeit wurde das Theater umgebaut, um es als auch Arena für Gladiatorenkämpfe und Kämpfe mit wilden Tieren nutzen zu können. Dafür wurde unter anderem das Bühnengebäude zurückgesetzt und der Zuschauerraum umgestaltet. Im 3. Jh. n. Chr. wurden diese Spiele in das neu gebaute Amphitheater verlegt. Das Theater diente nun noch einige Zeit wieder dem Schauspiel oder Musikdarbietungen, bis es dann völlig aufgegeben wurde.

Oberhalb des Theaters befand sich ein Apolloheiligtum sowie eine Gräberstraße, an deren Wänden ursprünglich Bilder von Ahnen und Helden aufgehängt waren. Im Zentrum befindet sich die Grotta del Ninfeo, in der noch heute Wasser fließt. Dieses Nympheum war mit Statuen der Musen geschmückt. Die übrigen heute sichtbaren Grotten dienten als christliche Begräbnisstätten.

 

Literatur:

Brigit Carnabuci: Sizilien. Griechische Tempel, römische Villen, normannische Dome und barocke Städte im Zentrum des Mittelmeeres (= DuMont Kunst-Reiseführer). 6., aktualisierte Auflage. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2011

Laura Cassataro: Siracusa. Guida al parco archeologico-A guide to the archaeological park. 2. Auflage, Morrone Editore, Syrakus 2010

Parco Archeologico della Neapoli in Syrakus (Teil 1)

In Syrakus finden sich auch heute noch viele Spuren der griechischen und römischen Vergangenheit der Stadt. Eine der Hauptattraktionen für Besucher der sizilianischen Stadt ist dabei der archäologische Park in der Neustadt.

Bereits von der Hauptstraße Teracati aus sieht man die Nekropole Grotticelle. Dieser Friedhof wurde bereits im 7. Jh. v. Chr. angelegt und bis in römische Zeit genutzt. Aus dieser Zeit stammt auch das sogenannte Grab des Archimedes. Hierbei handelt es sich nicht um ein Einzelgrab, sondern um ein Kolumbarium, d.h. eine Begräbnisstätte, in der an den Wänden Urnen in Nischen aufgestellt wurden.

Gleich neben dem eigentlichen Eingang des Parks befindet sich ein römisches Amphitheater aus dem 3. Jh. n. Chr. Die Sarkophage, die am Weg dorthin aufgestellt wurden, stammen aber schon aus dem 4. und 3. Jh. v. Chr. Auch wurden sie nicht nur in Syrakus gefunden, sondern auch in Megara Hyblaea. Das Amphitheater ist eines der größten des römischen Reichs. Das Theater ist 140 m x 11 m groß; die Arena 70 m x 40 m. Unter den Sitzreihen befinden sich umlaufende Gänge, durch die Gladiatoren und Tiere die Arena gelangten. Über dem inneren Gang befanden sich die Sitze für die höher gestellten Zuschauer. Zu ihrer Sicherheit saßen sie hinter einer Balustrade. Reste von Inschriften zeigen, dass diese Sitze namentlich gekennzeichnet waren.

Ein Besuchermagnet des in den 50er Jahren des 20. Jhs. entstandenen Parks ist das sogenannte „Ohr des Dionysos“. Es handelt sich um eine künstlich angelegte Grotte, deren Eingang der Form eines menschlichen Ohres ähnelt. Sie ist 65 m lang, 23 m hoch und bis zu 11 m breit. Eindrucksvoll führen die vielen Touristenführer vor, wie sich in der Grotte der Schall verstärkt. Möglicherweise wurde dies für religiöse Zwecke eingesetzt.

 

Südöstlich dieser Grotte befindet sich der Steinbruch Latomia del Paradiso. Die antiken Griechen bauten hier Kalkstein in künstlichen Höhlen ab. Diese stürzten allerdings in späteren Jahrhunderten ein und heute befindet sich an dieser Stelle ein Garten.

 

(Fortsetzung folgt …)

Villa Romana del Casale bei Piazza Armerina, Sizilien (Teil 4)

An den Gang der großen Jagd grenzen südlich des zentralen Peristyls zwei Räume, die ursprünglich mit geometrischen Fußbodenmosaiken ausgestattet waren. Heute befinden sich in einem der Räume das berühmte Mosaik der Bikini-Mädchen. Dargestellt sind hier Mädchen bei verschiedenen sportlichen Wettbewerben und der anschließenden Siegerehrung.

Von der südöstlichen Ecke des Innenhofes und vom Gang mit der großen Jagd kommt man in einen Hof, der wiederum zu einem elliptischen Hof mit anschließendem Speisesaal (Triclinium) mit drei Apsiden führte. In diesem Speisesaal, dessen Fußboden verschiedene Aufgaben des Herkules zeigt, empfing der Hausherr vermutlich Gäste zum Essen.

Sowohl vom zentralen Hof der Villa als auch vom hufeisenförmigen Eingangsbereich gelangt man in das Badegebäude der Anlage. Die Thermen wurden über einem älteren, kleineren Bad errichtet. Man betritt das Badegebäude durch einen mit Sitzbänken ausgestatteten Umkleideraum. Im anschließenden Korridor zeigt das Mosaik detailreich ein Wagenrennen im Circus Maximus in Rom. Man geht davon aus, dass dieser Korridor genutzt wurde, um sich mit Gymnastik fit zu halten.

Danach betritt man das Frigidarium (Kaltbad) mit Nischen, die teilweise ebenfalls als Umkleideräume dienten, sowie einem großen Wasserbecken. Von diesem Raum aus gelangte man zu Tepidarium (Warmbad) und Caldarium (Heißbad) gelangte. Zusätzliche gab es einen Massageraum und zwei Latrinen (Toilettenräume). Außen am Gebäude kann man gut die Heizräume sehen, mit denen das Caldarium beheizt wurde.

Der Blick zurück vom Weg, der von der Villa zurück zum Parkplatz führt, macht noch einmal die Größe der Anlage deutlich. Und Reste von Begrenzungsmauern und weiteren Gebäuden zeigen, dass es hier auch für die nächsten Jahre viel für die Archäologen zu tun gibt.