30.11.2017 Vortrag: Die ältesten Holzbauwerke der Welt – Archäologie und Experiment (Rengert Elburg)

 

Ort und Zeit:

Donnerstag, den 30. November 2017 – 19.00 Uhr

LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
Außenstelle Overath – Gut Eichthal
Eichtal 1
51491 Overath

Preis:
3,- €; ermäßigt 1,50 €

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Villa Romana del Casale bei Piazza Armerina, Sizilien (Teil 1)

Die römische Villa von Casale in der Nähe der sizilianischen Stadt Piazza Armerina (daher auch als Villa von Piazza Armerina bekannt) wurde 1761 wiederentdeckt, aber erst 1881 gab es erste systematische Ausgrabungen, bei denen man auf den Mosaikfußboden des Speisesaals stieß. Danach dauerte es noch einmal ein halbes Jahrhundert, bis man begann, den Gesamtkomplex der Villa auszugraben. Den Anfang machte 1929 Paolo Orsi, einer der bedeutendsten Archäologen Siziliens. Seit 1997 ist die Villa Weltkulturerbe der UNESCO.

Die am Fuß des Monte Mangano im Tal des Flusses Gela gelegene Villa hatte wohl ca. 60 Räume. Zurzeit kann man über vierzig Räume der etwa 1,5 Hektar großen Anlage besichtigen. Die Villa gliedert sich in vier Bereiche:

  • der Eingangsbereich
  • ein großer rechteckiger Hof mit einem Wasserbecken und angrenzenden Räumen, darunter eine große Halle in Form einer Basilika
  • ein elliptischer Hof mit weiteren angrenzenden Räumen, darunter der Speisesaal (Tricinium)
  • eine Thermenanlage in der nordöstlichen Ecke der Villa

Da die Villa an einem Hang liegt, wurde jeder dieser vier Bereiche auf einer eigenen Ebene errichtet. Die Wasserversorgung der Anlage erfolgte über zwei Aquädukte. Neben den Gebäuden selbst faszinieren vor allem die äußerst gut erhaltenen Fußbodenmosaiken. Dies verdanken wir der Tatsache, dass die Villa im 12. Jh. n. Chr. unter einem Erdrutsch begraben wurde. Die unterschiedlichen Stile der Mosaiken lassen darauf schließen, dass verschiedene Werkstätten mit den Arbeiten beauftragt wurden.

Die Villa, wie wir sie heute vor uns haben, entstand vermutlich im 3. und 4. Jh. n. Chr. aus einem älteren, einfacheren Gebäude des 2. Jhs. n. Chr. Umstritten ist bis heute, wer der Besitzer dieser prachtvollen Villa war. Aufgrund von Ausstattung und Größe vermutete man, dass es sich um die Villa von Kaiser Maximian (ab 285 n. Chr. Caesar im Westen, 286–305 Augustus) oder seinem Sohn Maxentius (305–312 n. Chr.) handelte. Aber auch wohlhabende Senatoren kommen in Frage. So schlug man Lucius Aradius Valerius Proculus Populonius vor, der von 327 und 331 Gouverneur Siziliens war und im Jahre 340 Konsul wurde.

In den folgenden Artikeln begeben wir uns auf einen Rundgang durch die Villa.

 

Literaturauswahl:

  • G. Iacono: Die Mosaiken der Villa Romana del Casale, Siciliamo, o. O. 2017
  • P. C. Baum-vom Felde: Die geometrischen Mosaiken der Villa bei Piazza Armerina. Kovač, Hamburg 2003
  • A. Carandini, A. Ricci, M. de Vos: Filosofiana. The villa of Piazza Armerina. The image of a Roman aristocrat at the time of Constantine. Palermo 1982
  • B. Carnabuci: Sizilien. Griechische Tempel, römische Villen, normannische Dome und barocke Städte im Zentrum des Mittelmeeres (= DuMont Kunst-Reiseführer). 6., aktualisierte Auflage. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2011
  • S. Muth: Bildkomposition und Raumstruktur. Zum Mosaik der „Großen Jagd“ von Piazza Armerina in seinem raumfunktionalen Kontext. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Rom. 106, 1999, S. 189–212.

 

(Fortsetzung folgt …)

Museo Archeologico Regionale Paolo Orsi, Syrakus (Teil 4)

Das Obergeschoss des Museums widmet sich den Funden aus hellenistisch-römischer Zeit sowie der Kunst aus frühchristlicher und byzantinischer Zeit.

Sektor D: Hellenismus und Römisches Reich

Die Funde in Sektor D stammen aus reich ausgestatteten Häusern und Gräbern. Auch die verschiedenen Kulte in Syrakus sind hier repräsentiert.

Eines der Highlights in dieser Abteilung ist eine Statue der Venus – die nach ihrem Entdecker benannte Venus Landolina. Die Marmorstatue, der ein eigener Raum gewidmet wird, ist wohl eine römische Kopie eines hellenistischen Vorbilds und stammt vermutlich aus der ersten Hälfte des 1. Jhs. v. Chr.

Insgesamt ist diese Abteilung des Museums durch zahlreiche Statuen aus verschiedenen Kontexten geprägt. Hervorzuheben sind ein ruhender Herkules, eine Hygieia und verschiedene Asklepios-Statuen.

Neben weiteren Göttern (z. B. Mithras) gibt einige Statuen römischer Männer und Frauen. Aus den verschiedenen Tempeln von Syrakus zeigt das Museum zahlreiche Reliefs und Weihgeschenke.

Die Nekropolen von Syrakus wiederum sind mit einer Auswahl an Urnen und Grabbeigaben vertreten.


Sektor F: Frühchristliche und Byzantinische Zeit

Diese Abteilung des Museums befindet sich noch im Aufbau, zeigt aber bereits das bedeutendste Stück dieses Zeitabschnitts. In einer Rotunde, die den ursprünglichen Fundort in der Katakombe von San Giovanni nachbildet, ist der prachtvolle Sarkophag der Adelphia aufgestellt.

 

 

 

 

Der Sarkophag zeigt verschiedene Szenen aus dem alten und dem neuen Testament sowie in der Mitte die Verstorbene und ihren Mann Valerius in einem muschelförmigen Medaillon. Die Deutung der Darstellungen kann man auf einer großen Wandtafel nachlesen.

Daneben finden sich in diesem Abschnitt ein Wannensarkophag, weitere Fragmente verschiedener Typen von Sarkophagen und verschiedene Inschriften aus der San Giovanni-Katakombe.

Das Museo Archeologico Regionale Paolo Orsi ist in jedem Fall einen Besuch wert und sollte neben dem archäologischen Park der Stadt zum Pflichtprogramm archäologisch interessierter Besucher in Syrakus gehören.