Römische Wandmalerei (Teil 4): 4. römisch-pompejanischer Stil (50 bis 79 n. Chr.)

Der vierte Stil greift auf die vorangegangenen Stile zurück und vereint sie zu einem phantasievollen Neuen. Die Sockelzone imitiert wie der erste Stil Marmorblöcke, aus dem zweiten Stil werden Wanddurchbrüche mit Blick auf virtuose Architekturen übernommen und auch die Säulen werden wieder perspektivisch dargestellt. Bei der im Hintergrund zu sehenden Architektur handelt sich jedoch nicht mehr um logische und real vorkommende Architekturformen. Stattdessen werden Architekturfragmente ineinander und übereinander gestapelt, wie sie in der Wirklichkeit nicht vorkommen können. Aus dem dritten Stil stammen die „gerahmten Wandbilder“, die frei im Raum schwebenden Figuren und die zierlichen Ranken.

Möglicherweise verbandt der Maler Fabullus, der die Domus Aurea, den neuen Palast Neros ausmalte, die bisherigen Stile zu diesem neuen Stil. Dieser Stil verbreitete sich dann recht schnell und wir finden noch einige Beispiele in Pompeji und Herkulaneum, bevor der Vesuvausbruch die beiden Städte auslöschte.

Beispiele:
Haus der Vettier, Pompeji
Domus Aurea, Rom
Casa della Caccia Antica, Pompeji
Gegenüberstellung der 4 Stile

Doch wie entwickelte sich die römische Wandmalerei weiter? Die große Zeit der innovativen Künstler scheint vorbei gewesen zu sein. Zunächst hielt sich der vierte Stil natürlich noch in den anderen Regionen und es gab auch immer wieder Rückgriffe auf die vorangegangenen Dekorationsformen. Daneben ging der Trend zu einfacherer Wandmalerei, unter anderem mit geometrischen Motive oder einfarbig. Später gab es auch tapetenähnliche Dekorationen aus kleinen Mustern.

Mit den römischen Soldaten kamen römischer Wohngeschmack und damit auch römische Künstler in die Provinzen des Imperiums. So gehören die ältesten Beispiele in den recht gut aufgearbeiteten Nordwestprovinzen dem 3. Stil an. Im Lauf der Zeit entwickelten sich jedoch aus diesen Vorbildern eigene Traditionen in den verschiedenen Regionen des Reichs.

RömischeWandmalerei (Teil 3): 3. römisch-pompejanischer Stil (circa 15 v. Chr. bis 50 n. Chr.)

Nachdem zum Ende des 2. römisch-pompejanischen Stils die zuvor illusionistisch aufgelockerte Wanddekoration zunehmend flacher geworden ist, wurden die bisherigen „Fenster“ mit Ausblick auf eine dahinter liegende Landschaft oder Architektur jetzt mit Rahmen umgeben und somit als an der Wand hängende Bilder gekennzeichnet.

Die Wand ist wieder geschlossener und wird in der Regel in große Felder aufgeteilt. Die Unterteilung erfolgt nicht mehr durch realistisch wirkende Säulen, sondern durch dünne Linien, die nur noch in einigen Details an Säulen erinnern. Auch fragile Kandelaber werden jetzt gemalt, die wie die Säulen jeder Statik trotzen und mit allerlei Figuren, Tieren und Gegenständen belebt sind. Wenn die Oberzone scheinbar einen Blick in ein „Dahinter“ freigibt, sind auch hier keine echte Architektur mehr, sondern eher Andeutungen in dünnen Linien. Neben gerahmten „Wandbildern“ sind frei Raum schwebende Figuren und Stilleben charakteristisch für den 3. Stil. Rottöne bestimmen dabei das Gesamtbild.

Gegen Ende des 3. Stils wird die Wand wieder stärker mit Durchblicken auf Architektur aufgelockert. Die Malerei lässt die Wände vor- und zurückspringen und in der oberen Zone werden wieder Architekturfragmente sichtbar. Diese Entwicklung leitet dann zum 4. Stil über.

Beispiele:
– Casa dei Ceii, Pompeji (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Casa_dei_cei2_retouched.jpg; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Casa_dei_cei_retouched.jpg)
– Villa in Boscotrecase (http://de.academic.ru/pictures/dewiki/70/Fresco-Boscotrecase.jpg)
Haus des Lucrezio Fronto (http://ksbuelach.ch/fach/as/material/kg_pompeji/pict/pic03c.htm)

(Fortsetzung folgt …)

Römische Wandmalerei (Teil 2): 2. römisch-pompejanischer Stil (circa 100 bis 15 v. Chr.)

Der 2. römisch-pompejanische Stil entstand um etwa 100 v. Chr. Zunächst wurde der späte 1. Stil durch gemalte „vorgeblendete“ Säulen in einen Vorder- und einen Hintergrund aufgeteilt. Ein Beispiel findet sich in der Casa dei Grifi (Haus der Greifen) auf dem Palatin in Rom.

Nach und nach wurde die massive Wand des 1. Stils immer weiter aufgelöst. Eine Scheinarchitektur im Vordergrund ahmte offenbar Theaterarchitektur nach. Die Wand dahinter öffnete sich in der Wand und oberhalb der Scheinarchitektur zu Durchblicken in eine „dahinter liegende“ idyllische Landschaft, auf Gebäude oder Tempelbezirke. Teilweise öffnen sich dabei die Durchblicke hinter einem dunklen Vorhang, der zur Seite gezogen ist – ein weiterer Hinweis darauf, dass die Architekturdarstellung römischer Bühnenarchitektur folgen. Auf seinem Höhepunkt war die Wand in mehrere Schichten aufgelöst, wobei die einzelnen Architekturteile im Vordergrund reich verziert waren und Gefäße oder Statuetten trugen.

Dieser Architektur- oder Illusionsstil dauerte bis etwa 15 v. Chr. und in seiner späten Phase wurde die Wand wieder „flacher“ und die „Durchblicke“ wurden auf ein zentrales Hauptbild reduziert. Architektur und Figuren werden zunehmend unrealistischer und leiten damit zum 3. Stil über.

Beispiele:
Casa dei Grifi
Villa in Boscoreale
Haus des Augustus
Haus der Livia

(Fortsetzung folgt …)

Römische Wandmalerei (Teil 1): Einleitung und 1. römisch-pompejanischer Stil (Inkrustationsstil, circa 200 bis 80 v. Chr.)

Römische Wandmalerei ist in der Regel selten erhalten und unsere besten Quellen sind die beim Ausbruch des Vesuv im August 79 n. Chr. verschütteten Städte. Vergleiche mit Resten in Rom und anderen Orten im römischen Imperium zeigen jedoch, dass es sich bei den einzelnen Entwicklungsstufen offenbar um weitbreitete Modeerscheinungen handelte.

1882 teilte August Mau in seiner „Geschichte der decorativen Wandmalerei in Pompeji“ die Wandmalerei von Pompeji in vier Stile ein:

  • 1. Stil / Mauerwerk- oder Inkrustationsstil: circa 200 bis 80 v. Chr.
  • 2. Stil / Architektur- oder Illusionsstil: circa 100 bis 15 v. Chr.
  • 3. Stil / ornamentaler Stil: circa 15 v. Chr. bis 50 n. Chr.
  • 4. Stil / Phantasiestil: 50 bis 79 n. Chr.

Dabei sind die Übergänge zwischen den einzelnen Stilen fließend.

Es gibt reichlich Literatur zu römischen Wandmalereien. Hier nur wenige ausgewählte Werke:

  • August Mau, Geschichte der decorativen Wandmalerei in Pompeji (Berlin 1882)
  • Harald Mielsch, Römische Wandmalerei (Darmstadt 2001)
  • Donatella Mazzoleni und Umberto Pappalardo, Pompejanische Wandmalerei, Architektur und illusionistische Dekoration (München 2005)

1. Stil / Mauerwerk- oder Inkrustationsstil: circa 200 bis 80 v. Chr.

Der sogenannte Inkrustationsstil imitierte griechische Vorbilder hellenistischer Zeit. Mit Hilfe von Stuck und Malerei wurde eine Wand aus echtem Mauerwerk aus verschiedenem Marmor nachgeahmt. Über einem Sockel erhob sich eine Zone mit Orthostaten (aufrecht stehende Steinblöcke) und darüber eine Zone aus Quaderblöcken, eine Frieszone und Zierglieder, z. B. eine Zahnschnittzone. Bei den Farben dominieren Ocker, Rot, Violett und Dunkelgrün. Anfangs sorgte der Stuck dafür, dass die „Steine“ plastisch hervortraten. Zum Ende des 1. Stils wurden die Marmorblöcke nur noch gemalt, blieben also flächig. Dabei wurden die Orthostaten jetzt in der Regel vertikal angeordnet.

Beispiel:
– Haus des Sallust, Pompeji (Rekonstruktion; Fotos)

(Fortsetzung folgt …)

Buchbesprechung: Diana E. E. Kleiner, Roman Architecture – A Visual Guide

(Yale University Press, 2014)

Geschrieben als Begleitbuch zum Onlinekurs „Roman Architecture“, den Prof. Kleiner auf http://www.coursera.org anbietet (basierend auf ihrem Open Yale Course), kann dieses E-Book (erschienen für IPad und Kindle) auch für sich als gute Einführung in römische Architektur dienen.

Das Buch deckt den Zeitraum von der frühen Republik bis zur Spätantike ab und zeigt kurz, aber trotzdem sehr anschaulich die Entwicklung der römischen Architektur:
– wie die Erfindung des Opus Caementicium, dem römischen Beton, den römischen Architekten nie geahnte Möglichkeiten der Gestaltung eröffnete
– wie sich Häuser von nach innen gerichteten Häusern sich zu prachtvollen Villen mit Gärten und riesigen Innenhöfen öffneten
– wie sich die Innendekoration bzw. die Wandmalerei von noch recht schlichten Marmorimitationen zu phantasievollen Dekorationssystemen entwickelten
usw.

Der räumliche Schwerpunkt liegt natürlich bei Rom selbst und den Vesuvstädten Pompeji, Herculaneum usw. Aber Prof. Kleiner geht auch auf die römischen Provinzen ein.

Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch für alle, die sich für römische Architektur interessieren.

 

Roman Architecture: A Visual Guide (English Edition) von [Kleiner, Diana E. E.]

DVD-Tipp: Methoden der Archäologie. Wie Wissenschaftler Fundstücke entschlüsseln. Ein Blick hinter die Kulissen des Rheinischen Landesmuseums Trier

Als Begleitmaterial zur Ausstellung „Tatort Archäologie“ (siehe meinen Beitrag vom 2. August 2013) erschien die DVD „Methoden der Archäologie. Wie Wissenschaftler Fundstücke entschlüsseln. Ein Blick hinter die Kulissen des Rheinischen Landesmuseums Trier.“ (ISBN / Artikelnr.: 978-3-923319-78-7)

Mit Hilfe von Kurzfilmen erläutern Wissenschaftler des Landesmuseums in Trier die typischen Arbeiten, die in einem Museum anfallen. Vorgestellt werden zum Beispiel Numismatik (Münzkunde), Epigraphik (Inschriftenkunde) oder Stilkunde. Auch naturwissenschaftliche Methoden wie Anthropologie, Dendrochronologie und verschiedene Prospektionsmethoden kommen nicht zu kurz.

Insgesamt bietet die DVD einen guten Überblick – nicht nur für Laien. Leider kann man die DVD allerdings nur im Museumsshop oder Online (http://www.landesmuseum-trier-shop.de/produkte/3910318/) bestellen.

Geometrische Vasenmalerei: kurze Übersicht über die Entwicklung (Teil 4)

4. Der spätgeometrische Stil (760 – 700 v. Chr.)

Spätgeometrisch I (760 – 735 v. Chr.)

Man kann weiterhin eine kontinuierliche Entwicklung zu schlankeren Formen beobachten.

Zu Beginn der spätgeometrischen Phase wird die Dekoration attischer Vasen in 3 Punkten verändert:
1. figürliche Szenen gewinnen immer mehr an Bedeutung
2. es gibt einen plötzlichen Wechsel vom dunkelgrundigen System des Mittelgeometrischen zu einer Dekorationsart, bei der die ganze Gefäßoberfläche in verschieden breite Ornamentzonen aus verdünntem Firnis unterteilt ist.
3. an wichtigen Stellen des Gefäßes werden umlaufende Motive häufig durch Bänder von Metopen ersetzt, v.a. bei kleineren Gefäßen.

Man kann jetzt deutlich stilistische Unterschiede verschiedener Werkstätten und Künstler unterscheiden und die eben genannten, einschneidenden Veränderungen entstanden anscheinend in der Werkstatt des Dipylonmeisters. Der Dipylonmeister war ein Spezialist für große Grabgefäße und v.a. die Bauchhenkelamphora, die inzwischen kaum noch verwendet wurde, führt er zu einer letzten Blüte. Nach dem Ende der Phase spätgeometrisch I verschwindet die Bauchhenkelamphora allmählich.

Eine frühe Schöpfung und gleichzeitig namengebendes Werk des Hauptmeisters dieser Werkstatt ist die sog. Prothesisamphora vom Dipylon (Athen, Nat. Mus., Inv. Nr. 804) Höhe 1,62 m; Datierung um 760 (spätgeometrisch Ia nach Coldstream, nach Kahane reifgeometrisch). Diese monumentale Bauchhenkelamphora stand als Grabmonument auf einem Grab.

Auch figürliche Darstellungen erhalten jetzt ihre für die nächsten zwei Generationen gültige Form. Der Dipylonmeister entwickelt als erster einen festen Figurenstil bei Begräbnis- und Schlachtszenen. Im weiteren Verlauf des 8. Jhs. werden männliche und weibliche Figuren dadurch unterschieden, dass man Frauen mit Röcken darstellt. Füllornamente sind ein wichtiges Zubehör des geometrischen Figurenstils, da sie die Figurenfriese mit der linearen Dekoration des Gefäßes verbinden.

Das Hauptbild dieser Amphora zeigt die Darstellung einer Prothesis, d.h. die Aufbahrung des Toten. Am Hals befinden sich 2 schmale Tierfriese. Der untere zeigt ruhende Steinböcke, der obere äsendes Rotwild.

Anstelle von Helldunkelkontrasten bestimmen Zwischentöne den Eindruck dieser Amphora. Sie werden v.a. durch die Schraffierung der Ornamente erzeugt, die jetzt das Gefäß teppichartig überziehen. Die gesamte Dekoration wird nun mit verdünntem Firnis aufgetragen. Hauptmotiv des Dipylonmeisters ist der schraffierte Mäander in allen Variationen. Er verwendet meist umlaufende Ornamente und vermeidet die „Metopendekoration“, die in gleichzeitigen Werkstätten beliebt ist.

Ein weiteres Beispiel für die Werkstatt des Dipylonmeisters ist eine Halshenkelamphora in München (Inv.Nr. 6080) 51 cm; Datierung um 750 (spätgeometrisch I b). Ein Lieblingsornament des Dipylonstils, die von stehenden und hängenden Dreiecken eingefasste, punktierte Raute, schmückt Schulter und Unterteil des Körpers. Hier zeigen die figürlichen Friese nur Tiere. Die Tiere haben etwas an Volumen gewonnen. Zu den figürlichen Teilen des Schmucks gehören auch die beiden schwarz gemalten Schlangen auf den Henkeln, die zeigen, dass die Amphora als Grabgefäß diente, denn sie waren mit dem Totenglauben verbunden. Später werden sie plastisch gebildet.

Ein weiterer Maler, den wir eindeutig erkennen können, ist der sogenannte Hirschfeld-Maler. Seine menschlischen Figuren haben oft ausgesparte Augen mit einem Punkt in der Mitte und die Köpfe haben ein spitzes Kinn. Ein Beispiel hierfür ist der sog. Hirschfeld-Krater.

Bei den Halshenkelamphoren stirbt die dunkelgrundige Dekoration langsamer aus. Auf den monumentalen Gefäßen werden wichtige Stellen betont, indem man einfach die Ornamentzone breiter gestaltet.

Der Stil der Dipylonwerkstatt und anderer gleichzeitig arbeitender Töpfereien wurde in der gesamten griechischen Welt als vorbildlich angesehen und man versuchte, die Wirkung dieses attischen Stils zu erreichen.

Im Übergang zu Phase spätgeometrisch II wird auf großen Gefäßen die Betonung der wichtigsten Stellen allmählich durch kleiner werdende Metopenzonen geschwächt.

weitere Beispiele:
– Athen Nat. Mus. Inv.-Nr. 803 (http://arachne.uni-koeln.de/arachne/index.php?view[layout]=objekt_item&search[constraints][objekt][searchSeriennummer]=194701)
– Bauchhenkelamphora Athen Nat. Mus. 805 (Kahane Taf. XXIV) Höhe 1,38 m; frühes Beispiel für Metopendekoration (http://arachne.uni-koeln.de/arachne/index.php?view[layout]=objekt_item&search[constraints][objekt][searchSeriennummer]=179399)

Spätgeometrisch II (735 – 700 v. Chr.)

Es gibt jetzt auffallende Gegensätze zwischen einzelnen Künstlern, aber auch zwischen großen und kleinen Gefäßen, wobei die kleineren Gefäße einheitlicher sind. Hals, Körper und Fuß der Amphoren werden immer schmaler. Am Ende der Phase spätgeometrisch I bildeten Dekoration und Form eine Einheit. Diese Einheit jetzt wird allmählich aufgelöst. Die Ornamentzonen werden schmaler und weniger betont. Außerdem erscheinen figürliche Szenen jetzt auch auf dem Hals und um den Bauch herum.

Gefäße von Künstlern in der Tradition der Werkstätten des Dipylonmeisters oder des Hirschfeld-Malers werden durch einen flüssigen Figurenstil gekennzeichnet. Die Qualität der  geometrischen Ornamente nimmt immer mehr ab. Monumentale Gefäße kommen jetzt kaum noch vor. Es gibt keine breiten Mäander mehr und das lineare Ornament dient nur noch der Raumfüllung.

Die namengebende Amphora des Philadelphia-Malers (Philadelphia MS 5464) zeigt zum ersten Mal an Mündung, Henkeln und Schulter plastische Schlangen, die das Gefäß eindeutig als Grabgefäß kennzeichnen. Auf den späteren Amphoren wird der Hals immer höher und der Körper gestreckter. Figrliche Szenen nehmen immer dabei mehr Raum ein.

Die Hauptform der Werkstatt von Athen 894 ist die schmale Halshenkelamphora. Auch hier machen plastische Schlangen deutlich, dass es sich um Grabgefäße handelt. Die Gefäße dieser Werkstatt beginnen mit einem starken Übergang vom Körper zum Hals, der aber allmählich sanfter wird. Gleichzeitig wird der Hals höher. Das namengebende Gefäß ist eine Halshenkelamphora aus dem Kerameikos (Athen, National Museum, Höhe 65 cm, Datierung 720/700 (spätgeometrisch II b)). Fuß und Körper sind schmal, der Hals im Verhältnis dazu wuchtig. Die plastischen, gewellten Schlangen an Mündung, Henkeln und Schulter der Amphora lassen das Gefäß noch schwerer wirken. Dieses für den Totenkult typische Motiv ist gegen Ende des geometrischen Stils besonders verbreitet. Das im späten 8. Jh. am häufigsten verwendete Ornament ist eine kursive Zickzacklinie, die hier an Schulter, Körper und Unterteil der Amphora vorkommt und den Eindruck des Flimmerns der Gefäßoberfläche bewirkt. Man spricht daher vom spätgeometrischen Flimmerstil.

Beispiele:
http://arachne.uni-koeln.de/arachne/index.php?view[layout]=objekt_item&search[constraints][objekt][searchSeriennummer]=149304
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Workshop_of_Athens_894_-_Amphora_with_Funerary_Scenes_-_Walters_482231_-_Profile.jpg
http://arachne.uni-koeln.de/arachne/index.php?view[layout]=objekt_item&search[constraints][objekt][searchSeriennummer]=210035
– Athen, Archäologisches Nationalmuseum. Inv.-Nr. St 222 (http://arachne.uni-koeln.de/arachne/index.php?view[layout]=objekt_item&search[constraints][objekt][searchSeriennummer]=195988)
Literatur:

J. N. Coldstream, Greek Geometric Pottery (1968)
P. Kahane, Die Entwicklungsphasen der attisch-geometrischen Keramik, in: AJA 44, 1940, S. 464 ff.
K. Kübler, Kerameikos. Ergebnisse der Ausgrabungen Bd. V (1954)
E. Simon, Die griechischen Vasen (1981)
J. Boardman, Early Greek Vase Painting (1998)