17.02.-03.04.2016: Ausstellung „Un taller romano de púrpura, Lobos 1“ (Museo de la Naturaleza y el Hombre del Cabildo de Tenerife, Santa Cruz de Tenerife)

Im Jahr 2012 fanden einige Touristen römische Keramik auf der Insel Lobos zwischen Fuerteventura und Lanzarote. Seitdem haben Archäologen Tausende von Artefakten wie Vasen, Töpfe, Lampen und Feinkeramik (Terra Sigillata), Eisen- und Bronzewerkzeuge und Mörser, sowie auch architektonische Strukturen ausgegraben. Offensichtlich befand sich hier vom 1. Jh. v. Chr. bis zum 1. Jh. n. Chr. ein Zentrum zur Verarbeitung von Purpurschnecken. Die Funde können uns einen Eindruck vom täglichen Leben der Römer an diesem so weit von Ihrer Heimat entfernten Ort geben.

Es gibt insgesamt drei weitere Ausgrabungsstätten, aber mit dieser kleinen Ausstellung von Lobos beginnt man nun, die römischen Funde auf der Insel der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Weitere Informationen:

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05.09.2015 – 03.04.2016: REVOLUTION jungSTEINZEIT (Archäologische Landesausstellung NRW 2015)

Die Archäologische Landesausstellung NRW findet alle 5 Jahre statt und präsentiert die Highlights unter den archäologischen Funden der vorangegangenen fünf Jahre. Diesmal steht die Ausstellung unter dem Motto „REVOLUTION jungSTEINZEIT“ und widmet sich damit einer Epoche der Menschheitsgeschichte, die viele Weichen für unser heutiges Leben stellte.

Lange Zeit lebten unsere Vorfahren als Jäger und Sammler. Vor etwa 12.000 Jahren jedoch wurden die Menschen im sogenannten fruchtbaren Halbmond im Bereich des heutigen Nordsyrien und der Türkei sesshaft. Aus Jägern und Sammlern wurden Ackerbauern und Viehzüchter, die in festen Siedlungen lebten. Diese ersten Bauern breiteten sich im Laufe Richtung Norden und Nordwesten aus bis sie vor etwa 7.300 Jahren in unseren Regionen ankamen. Der Ursprung dieser Einwanderer und ihr Weg lassen sich heute durch DNA-Analysen bestimmen.

Im Gepäck hatten sie nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch technische Errungenschaften. Neben der Erfindung des Rades seien der Bergbau, die Metallverarbeitung und das Töpferhandwerk genannt. Die in Nordrhein-Westfalen lebenden Jäger und Sammler übernahmen die Lebensform der eingewanderten Bauern. Sie lebten nun wie diese in Siedlungen mit Langhäusern (bis zu 60 m lang). Wildpflanzen wurden kultiviert und Tiere für die Viehzucht domestiziert.

Das Holz für die Häuser und die Brandrodung in der Landwirtschaft führten auch zu den ersten Umweltschäden wie ausgelaugte Böden, CO2-Ausstoß und Erosion. Die neue Nahrung mit viel Getreide führte zu Karies, Steinchen im gemahlenen Mehl zu weiteren Zahnschäden. Neue naturwissenschaftliche Methoden erlauben auch einen Einblick in Krankheiten oder die Lebenserwartung unserer Vorfahren.

Eindrucksvoll zeigt die Landesausstellung, wie die Ankunft der ersten Bauern in NRW in dieser sogenannten neolithischen Revolution das Leben der einheimischen Jäger und Sammler veränderte und den Grundstein für unsere heutige Zivilisation legte – mit vielen positiven Errungenschaften, aber eben auch mit den ersten negativen Eingriffen in die Umwelt.

Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich den herausragenden Funden der letzten fünf Jahre – von der Frühgeschichte bis zu Karnevalsorden. Hier werden auch die Methoden vorgestellt, die Archäologen heute zur Verfügung stehen.

Zur Vertiefung beider Ausstellungsteile stehen dem interessierten Besucher zwei Kataloge zur Verfügung:

  • Kunow/T. Otten, Revolution Jungsteinzeit: Archäologische Landesausstellung Nordrhein-Westfalen (Stuttgart 2015)
  • Kunow/T. Otten u.a., Archäologie in NRW 2010-2015: Funde – Forschungen – Methoden (Stuttgart 2015)

Die Ausstellung wird später auch m LWL-Museum für Archäologie in Herne und im Lippischen Landesmuseum Detmold zu sehen sein.

Weitere Infos: http://www.revolution-jungsteinzeit.de/index.php/infos-landesausstellung.html

Akademisches Kunstmuseum der Universität Bonn

Das Akademische Kunstmuseum, die Antikensammlung der Universität Bonn, zeigt Gipsabgüsse von 300 ausgestellten Statuen und 200 Reliefs sowie 2000 originale antike Werke. Eine kurze Einführung in die Geschichte der Sammlung und die ausgestellten Stücke findet man auf der frisch überarbeiteten Website des Museums. Die Website informiert auch über aktuelle Ausstellungen und die Themen der Führungen, die Studenten des Archäologischen Instituts der Universität Bonn sonntags anbieten. Einige Seiten der Website wurden inzwischen auch ins Englische und Spanische übersetzt.
Adresse:

Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn
Öffnungszeiten:

Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag 15 – 17 Uhr
Sonntag 11 – 18 Uhr
An Feiertagen geschlossen. Antikensammlung der Universität Bonn

http://www.antikensammlung.uni-bonn.de/

26.10.-21.12.2014 Sonderausstellung: Antike Plastik 5.0:// Dokumentationsmedien in der Archäologie – Von der Skizze zum 3D-Modell

Ab Sonntag, den 26. Oktober 2014 zeigt das Akademische Kunstmuseum Bonn die Sonderausstellung: Antike Plastik 5.0:// Dokumentationsmedien in der Archäologie – Von der Skizze zum 3D-Modell

In Zusammenarbeit mit dem CoDArchLab der Universität zu Köln enstand diese Ausstellung zum 50-jährigen Jubiläums des Kölner Forschungsarchiv für Antike Plastik. Welche Bildmedien standen und stehen der Skulpturenforschung zur Verfügung? Welche Bedeutung haben die verschiedenen Medien auf die Forschung? Diesen und anderen Fragen widmet sich die Ausstellung mithilfe von Kupferstichen, Fotos, Abgüssen und – als neuestes Medium – 3D-Modellen.

 

Adresse:

Akademisches Kunstmuseum – Antikensammlung der Universität Bonn
Am Hofgarten 21
53113 Bonn

Preis für Erwachsene: 3 € (Eintritt und Vortrag)

„Ferne Zeit“ – Zur aktuellen Sonderausstellung im Akademischen Kunstmuseum Bonn (20.07.-17.10.2014) (Teil 2)

 

Frühe griechische Heiligtümer

Frühe griechische Heiligtümer besaßen noch keine Tempel. Ein besonderer Baum, eine Höhle, der Gipel eines Berges – all dies konnte Wohnsitz einer Gottheit sein oder einer Gottheit heilig sein und hier konnte man die Anwesenheit der Gottheit spüren. Erst seit dem 10. Jh. v. Chr. errichtete man zumindest Altäre, an denen man die Gottheiten verehrte und ihnen Opfer brachte. Es dauerte noch weitere zwei Jahrhunderte bis man begann, die ersten Tempel zu errichten. Im Laufe der Zeit entstand dann der typische Peripteraltempel: ein Tempel mit einer geschlossenen Cella mit dem Kultbild der Gottheit und einer diesen Raum umgebene Säulenreihe.

Typische Weihgaben waren Pferdestatuetten aus Bronze, wie sie auch in der Ausstellung präsentiert werden. Aber auch figürliche Terrakotten oder Gewandschmuck fand man in frühen Heiligtämern. Später wurden monumentale Dreifüße oder Skulpturen gestiftet. Die Ausstellung in Bonn zeigt einen Querschnitt typischer Weihgeschenke aus frühgriechischer Zeit. Fünf der ausgestellten Bronzevotive stammen dabei aus dem Artemis-Heiligtum von Lusoi auf der Peloponnes.

Grabkult in geometrischer Zeit

Bestattungen fanden im antiken Griechenland in der Regel außerhalb der Siedlungen statt und meist entwickelten sich die Nekropolen an den Ausfallstraßen. Einer der bekanntesten griechischen Friedhöfe befindet sich in Athem: der Kerameikos, das spätere Töpferviertel Athens.

In frühgriechischer Zeit gab es sowohl Brandbestattungen als auch Körperbestattungen. Als Aschenurnen dienten vor allem Amphoren, aber auch andere Gefäßformen kamen vor. Für Körperbestattungen legte man Kistengräber an. Außerdem konnten für sehr kleine Kinder auch Pithoi, Amphoren und andere Gefäße verwendet werden. Zur Kennzeichnung eines Grabes dienten Grabhügel, Steinplatten oder auch zum Teil monumentale Gefäße, wiederum meist Amphoren.

Man gab den Toten auch Schmuck, Waffen, Terrakottafiguren und Geschirr mit ins Grab. Letzteres wurde dabei offenbar speziell für den Totenkult hergestellt, da si nicht für Flüssigkeiten geeignet waren.

Neben Grabbeigaben aus Griechenland präsentiert die Bonner Ausstellung in einer Vitrine auch einen Vergleich mit dem Totenkult der Etrusker. Schon früh wurde griechische Kunst von Etruskern und anderen italischen Völkern importiert und diese Werke beeinflussten dann die einheimische Produktion, wie eine Olla, ein bauchiger Topf, aus einem Grab aus Civitá Castellana zeigt.

Produktionslandschaften frühgriechischer Keramik

Keramik mit der typischen geometrischen Dekoration wurde in vielen Regionen der griechischen Welt hergestellt. Man kann die verschiedenen Produktionszentren anhand von Farbe und Beschaffenheit des Tons, der Gefäßform und der Dekoration unterscheiden, wie die Beispiele in der Ausstellung zeigen.

 

Wer sich genauer über die gezeigten Objekte und Lebensbereiche infomieren will, dem sei der kleine, aber sehr informative Begleitkatalog empfohlen.

 

„Ferne Zeit“ – Zur aktuellen Sonderausstellung im Akademischen Kunstmuseum Bonn (20.07.-17.10.2014) (Teil 1)

Seit einigen Tagen führt uns eine Sonderausstellung im Akademischen Kunstmuseum Bonn in eine „Ferne Zeit“, genauer gesagt die Zeit der sogenannten geometrischen Kunst zwischen etwa 900 und 700 v. Chr.

Am Anfang führt uns ein „Empfangskomitee“ von acht Damen von der Moderne zurück in die Steinzeit und ordnet die Ausstellung in ihren zeitlichen Rahmen ein.

Die Ausstellung selbst unterteilt sich in vier Themenbereiche, auf die ich im Folgenden kurz zusammenfassen werde:

– Frühe griechische Siedlungen
– Frühe griechische Heiligtümer
– Grabkult in geometrischer Zeit
– Produktionslandschaften frühgriechischer Keramik

Frühe griechische Siedlungen

Erst im 10. Jh. v. Chr. wurden offenbar die ersten frühgriechischen Siedlungen in Form kleiner, weitverstreuter Dörfer gegründet. Größere Siedlungen und Städte entstanden vermutlich erst etwa 200 Jahre später. Die Häuser der ersten Siedlungen waren noch großflächig im teilweise von einer Mauer umgebenen Siedlungsareal verteilt. Ab dem 7. Jh. v. Chr. entstanden dagegen verschachtelte Wohnkomplexe mit verwinkelten Gassen. Im Zentrum der Siedlungen befanden sich Platzanlagen, die, mit Heiligtümern und anderen öffentlichen Gebäuden ausgestattet, das religiöse Zentrum der Städte bildeten.

Frühgriechische Häuser bestanden in der Regel aus einem Fundament aus Feldsteinen und Wänden aus Lehm oder Fachwerk. Das Dach wurde von Holzpfosten gestützt. Viele Häuser hatten nur einen Raum, in dem sich das Leben der Familie abspielte. Es gab jedoch auch Häuser, die in mehrere Kammern unterteilt waren. Im Zentrum der befand sich eine Feuerstelle, die als Heizung und Herd diente. Für die Vorratshaltung verwendete man Pithoi, große Tongefäße.

Die Ausstellung zeigt unter anderem Fragmente solcher Pithoi sowie verschiedene Gefäße, Fibeln und Spinnwirtel. Eines der Glanzstücke des Akademischen Kunstmuseums ist außerdem ein Teller mit der Darstellung eines Webstuhls.

 

(Fortsetzung folgt …)

Ausstellung in Trier: Ein Traum von Rom – Römisches Stadtleben in Südwestdeutschland (15.03. – 28.09.2014)

Als die Römer nach Norden vorstießen und die Gebiete bis zum Rhein unterwarfen, brachten sie auch ihre Lebensweise mit. Und Kelten und Germanen übernahmen gerne die Annehmlichkeiten der römischen „Ars Vivendi“.

Ein Paradebeispiel für die Ausstattung einer Stadt in den Provinzen nach dem Vorbild Roms ist Trier, die erste Station der Ausstellung „Ein Traum von Rom – Römisches Stadtleben in Südwestdeutschland“.  Nach Trier wird die Ausstellung in Landesmuseum Württemberg in Stuttgart zu Gast sein (25. Oktober 2014 bis 12. April 2015).

Die Ausstellung zeigt, wie neu gegründete römische Städte in ihrer Ausstattung mit öffentlichen Gebäuden, Tempeln, öffentlichen Plätzen und der Skulpturenausstattung versuchten, der Hauptstadt Rom nachzueifern. Die Ausstellung beginnt mit einer Übersicht über die römischen Städte in Deutschland und die Stadtpläne zeigen, dass alle Neugründungen mehr oder weniger den gleichen Regeln folgten, egal wie groß die Städte waren.

Auch im privaten Bereich umgab man sich mit entsprechendem Luxus: ob Wandmalereien oder Mosaiken, Skulpturen oder vornehmes Geschirr – nicht nur  Römer, sondern auch Einheimische statteten ihre Häuser gerne mit aus Rom importierten oder nach römischen Vorbildern vor Ort hergestellten Luxusartikeln aus.

Die Ausstellung geht auch auf den Handel ein und zeigt Importe aus allen Regionen des römischen Imperiums, z. B. Öllämpchen aus Nordafrika. Aber man begann in den Provinzen auch bald, römische Luxusartikel nachzuahmen. So wurden in Trier selbst die typischen Trierer Spruchbecher hergestellt und auch der Wein- und Bierhandel florierte. Besonderen Ruf besaß außerdem der Tuchhandel in Trier.

Als Beispiel für eine Großstadt und wichtiges Wirtschaftszentrum wird natürlich Trier selbst vorgestellt. Hier wird die Sonderausstellung perfekt durch die Dauerausstellung des Landesmuseums ergänzt, die für ihre außergewöhnlichen Mosaiken und Grabmäler bekannt ist. Gerade Darstellungen auf Grabmälern  wie der Igeler Säule oder das Neumagener Weinschiff veranschaulichen auch die Bereiche, in denen die Händler aus Trier und Umgebung besonders erfolgreich ware.

Überhaupt ist Trier natürlich ein ganz besonderer Ort für eine solche Ausstellung. Noch heute begegnet man der antiken Stadtarchitektur auf Schritt und Tritt: Porta Nigra, Kaiserthermen, Barbarathermen, Palastaula – sie alle zeugen noch heute von der Ausstattung römischer Städte in den römischen Provinzen.

Weitere römische Großstädte, auf die die Ausstellung eingeht, sind Köln und Mainz. Als Beispiele für Kleinstädte dienen unter anderem Rottweil und Ladenburg in Baden-Württemberg.

Adresse:

Rheinisches Landesmuseum Trier
Weimarer Allee 1
54290 Trier

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: http://www.landesmuseum-trier.de/de/home/besucherinformation/oeffnungszeiten-preise.html

Zu den antiken Gebäuden in Trier siehe auch: http://www.landesmuseum-trier.de/de/home/besucherinformation/trier-zentrum-der-antike-in-deutschland.html