Villa von Alburg bei Straubing (Teil 1)

In der Umgebung von Straubing, dem antiken Sorviodurum, wurden viele römische Villen bzw. Gutshöfe nachgewiesen. Meist erfolgte dieser Nachweis allerdings nur aufgrund von Häufungen von Oberflächenfunden, die bei Begehungen aufgelesen wurden. Eine der wenigen Grabungen fand dagegen bei der Villa am Alburger Hochweg statt.

Aufgrund der ausgegrabenen Teile und später angeschnittenen Mauern wird die Villa als Portikusvilla mit Eckrisaliten rekonstruiert. Es handelte sich wohl um einen ausgedehnten Gutsbetrieb, wie zahlreiche Keller und Gebäudespuren zeigen. Sogar eine eigene Ziegelproduktion gab es hier, von der man noch 7 Brennöfen fand.

Das Hauptgebäude war etwa 48 x 24 Meter groß. Man betrat das Gebäude wohl von Süden her, obwohl sich die Schauseite mit Portikus und Eckrisaliten an der Nordseite befand. In der Mitte der Südseite führt jedoch ein von zwei quadratischen Räumen flankierter Gang zu einem großen quergelagerten Raum (ca. 10 x 7,5 Meter), der das Zentrum des Gebäudes bildete. Ungewöhnlich ist eine Vertiefung von 2,70 Metern in diesem Raum. Der Ausgräber interpretiert diese Vertiefung als Impluvium, also das Sammelbecken für Regen in einem Atrium. Ein solches Impluvium ist jedoch normalerweise nicht so tief.

Nach Osten schloss sich zunächst ein länglicher Raum oder Gang an, von dem ein kleiner Raum mit Zugang zur nördlich gelegenen Portikus abgetrennt war. Der anschließende Gebäudeteil bestand aus einem weiteren nord-südlich verlaufenden Gang, der je drei symmetrisch angelegte Räume trennte. Eine hier gefundene Feuerstelle sowie ein Wasserkanal, der zu einer nördlich des Gebäudes gelegenen Zisterne führte, lassen darauf schließen, dass es sich hier um den Wirtschaftstrakt handelte.

(Fortsetzung folgt…)