Ara Pacis Augustae, Rom (Teil 4)

Links vom Eingang der Rückseite befindet sich eines am besten erhaltenen Reliefs der Ara Pacis, der sogenannte Tellus-Fries. Auf einem Felsenthron sitzt eine Frau mit zwei nackten Kleinkindern. Sie trägt ein Kleid, dessen rechter Träger von der Schulter geglitten ist, und einen Mantel, der auch einen Teil ihres Kopfes verhüllt. Auf ihrem Schoß liegen Früchte und Nüsse. Im Hintergrund sieht man eine Felsenlandschaft sowie Ähren und anderen Pflanzen. Vor der Frau liegt ein Rind und daneben grast ein Schaf.

Zu beiden Seiten sind zwei Frauen mit nacktem Oberkörper und aufgebauschten Mänteln dargestellt. Die linke Frau sitzt auf einem Schwan und vor ihren Füßen sieht man verschiedene Pflanzen und einen Wasservogel. Dieser steht auf einem umgestürzten Krug, aus dem Wasser läuft. Die rechte Frau sitzt auf einem Seeungeheuer, das von Wellen umgeben ist.

Bis heute ist umstritten, wen die Figuren dieses Reliefs darstellen sollen. Die Gottheit im Zentrum wird aufgrund der vielen Attribute, die für Fruchtbarkeit und Wohlstand stehen (Äpfel, Trauben, Ähren, …) am häufigsten als Tellus, die römische Erdgöttin, interpretiert. Weitere Vorschläge sind beispielsweise die Getreidegöttin Ceres (aufgrund der Ähren), die Friedensgöttin Pax als Voraussetzung für Wohlstand. Möglich ist auch, dass gar keine bestimmte Gottheit gemeint war, sondern es dem antiken Betrachter überlassen wurde, welche Gottheit er mit der durch Augustus herbeigeführte Friedenszeit verband.

Auch die flankierenden Figuren wurden unterschiedlich gedeutet. Sie wurden zum Beispiel interpretiert als Verkörperung der Meeres- und Landwinde oder als die Elemente Wasser und Luft.

 

(Fortsetzung folgt …)