Ara Pacis Augustae, Rom (Teil 1)

Im Jahre 13 v. Chr. kehrte Augustus von siegreichen Feldzügen in Spanien und Gallien nach Rom zurück und der römische Senat gab zu Ehren des Augustus einen Altar in Auftrag, der der Pax Augusta (Augusteischer Friede) bzw. Pax Romana (Römischer Friede) geweiht war. Dieser Begriff bezog sich allerdings nur auf den inneren Frieden, also eine Zeit ohne Bürgerkriege, wie sie die letzten Jahre der Römischen Republik geprägt hatten. Diese Zeit des inneren Friedens hielt tatsächlich etwa zweieinhalb Jahrhunderte an. Kriegerische Auseinandersetzungen mit anderen Völker im Zuge der Ausdehnung und Grenzsicherung des römischen Reiches gab es aber auch weiterhin.

Der Altar stand ursprünglich auf dem Marsfeld in der Nähe des Flusses und gehörte zu einem Baukomplex, zu dem auch das Mausoleum des Augustus und die sogenannte Sonnenuhr des Augustus gehörte. Letztere (Solarium Augusti oder Horologium Augusti) bestand aus Markierungen auf dem Boden und einem Obelisken als Zeiger, dessen Schatten am Geburtstag des Augustus in die Ara Pacis fiel.

In vielen Bereichen Roms erhöhte sich im Laufe der Zeit das Straßenniveau der Stadt (z. B. durch Überschwemmungen und Schlammablagerungen). Auch die Ara Pacis verschwand allmählich und man errichtete neue Gebäude an dieser Stelle. Die ersten Reliefstücke des Altars traten im 16. Jh. beim Bau des Palazzo Peretti zutage, weitere Stücke im 19. Jh. Erst Anfang des 20. Jhs. begann man dann mit systematischen Ausgrabungen. Als Benito Mussolini zum zweitausendsten Geburtstag des Augustus eine Ausstellung plante, beschloss er, den Altar auszugraben und in die Ausstellung zu integrieren. Die Ara Pacis wurde mit den noch vorhandenen Resten und den früher gefundenen Teilen (bzw. ihren Abgüssen), die sich inzwischen an verschiedenen Orten befanden, am heutigen Standort wieder aufgebaut und zum Schutz mit einem Pavillon überbaut. Leider wurde der Altar bei dieser Gelegenheit um 90 Grad gedreht. Der heutige Glasbau wurde von dem amerikanischen Architekten Richard Meier und wurde 2006 eingeweiht.

In den folgenden Artikeln werde ich die Reliefs des Altars genauer vorstellen.

 

(Fortsetzung folgt …)