Augusta Emerita, Spanien (Teil 2)

Das beeindruckendste römische Bau in Mérida ist das Theater. Eine Inschrift belegt, dass Marcus Agrippa, Freund und Schwiegersohn von Kaiser Augustus, das Theater errichten ließ. Die Einweihung erfolgte ca. 15 v. Chr. Im Verlauf der Jahrhunderte wurde das Theater – vor allem das Bühnengebäude – mehrfach verändert, z. B. unter Kaiser Hadrian, wie eine erhaltene Inschrift überliefert.

Das Theater bot 6000 Zuschauern Platz. Das Halbrund der Sitzplätze (Cavea) ist vertikal in sechs Abschnitte unterteilt und horizontal in drei Bereiche. Die unteren Teile sind jeweils noch heute recht gut erhalten oder restauriert während die oberen Reihen schlecht erhalten sind. Vor der Cavea lag die halbkreisförmige Orchestra, wo sich der Chor befand.

Den Abschluss bildete die Bühne für die Schauspieler und die dahinter liegende Fassade, die als Kulisse diente. Die Bühne war ursprünglich mit Holz bedeckt und verschiedene Löcher im Unterbau lassen auf Pfosten für Vorhänge und andere für Aufführungen notwendige Elemente schließen. Die Bühnenfassade ist mit korinthischen Marmorsäulen in verschiedene Abschnitte gegliedert. Zwischen den Säulen waren Statuen von Göttern und vermutlich auch Kaisern aufgestellt. Die Fassade bot den Schauspielern drei Zugänge, über die sie die Bühne betreten konnten.

Hinter dem Bühnengebäude befindet sich ein Garten, der von Säulenhallen umgeben ist. Genau gegenüber der Bühne befindet sich ein kleiner Raum, der den Funden nach zu urteilen dem Kaiserkult galt.

In nachrömischer Zeit verfiel das Theater allmählich, füllte sich zu einem großen Teil mit Erde und diente teilweise als Steinbruch. Anfang des 20. Jhs. begann man mit Ausgrabungen und seit 1933 wird das Theater beim jährlich stattfindenden Sommerfestival wieder für Aufführungen klassischer Stücke genutzt.

 

(Fortsetzung folgt …)