Der „sterbende Gallier“

Die wohl bekannteste antike Darstellung eines Galliers ist wohl der „sterbende Gallier“ in den Kapitolinischen Museen in Rom (Inv.Nr. 747). Die aus Marmor gefertigte Kopie eines vermutlich aus Bronze gegossenen Originals von 230/220 v. Chr. zeigt einen tödlich verwundeten Gallier, der sich mit letzter Kraft aufstützt. Die Darstellung zeigt die charakteristischen Merkmale eines gallischen Kriegers, wie sie die antike Literatur (Diodor, Strabon, Polybios) überliefert. Die für ihre Tapferkeit gerühmten Gallier waren laut Diodor V, 28, 1-3 groß, muskulös und hellhäutig. Die hellen Haare werden mit Kalkwasser gewaschen und von der Stirn weg nach oben gekämmt. Vornehme Kelten wie offenbar unser sterbender Gallier tra­gen nur einen Schnurrbart, während die einfachen Krieger einen Voll­bart tragen. Mutige Krieger kämpften nackt, nur mit einem Gürtel und dem Torques, dem typisch gallischen Halsring, bekleidet. Unser Gallier in Rom trägt nur den Torques, Typische keltische Waffen sind das Kurzschwert der keltischen Adligen und das Lang­schwert bei einfachen Kriegern sowie der Ovalschild mit gersten-korn­förmigem Schildbuckel, auf dem der sterbende Krieger liegt. Schwert und Scheide liegen neben ihm. Und auch das am Boden liegende Horn ist charakteristisch für gallische Krieger.

Das Original befand sich im Athena-Heiligtum von Pergamon und feierte den Sieg von König Attalos I. über die Kelten (im kleinasiatischen Raum Galater genannt).

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