Die Basilika von Trier

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Die heutige evangelische Kirche zum Erlöser – auch Konstantinsbasilika genannt – war ursprünglich Teil des römischen Palastes, der im 4. Jh. n. Chr. unter Kaiser Konstantin und seinen Nachfolgern errichtet wurde.

An der Stelle des späteren Palastes befanden sich bereits seit dem 2. Jh. n. Chr. Verwaltungsgebäude. Ende des 3. Jhs. n. Chr. plante Kaiser Maximian (284 – 295 n. Chr.) hier einen Palast, zu denen auch die Kaiserthermen und eine Rennbahn (Circus) gehörten. Ob er selbst noch den Grundstein dafür legte, ist unklar. Aber spätestens unter Konstantin begann man, die Pläne in die Tat umzusetzen. Die Bauarbeiten wurden allerdings erst 379 n. Chr. unter Kaiser Gratian (359 – 383 n. Chr.) weitestgehend beendet.

Die sogenannte Basilika diente in diesem Palastkomplex als Audienzhalle. Zwar wurde das Gebäude mehrfach – zuletzt nach dem zweiten Weltkrieg – neu aufgebaut, aber noch immer kann man Reste der römischen Halle sehen, beispielsweise die Apsis und die Westwand. Und unter dem heutigen Fußboden fand man außerdem Reste von früheren Bauten.

Ursprünglich waren Fußboden und größtenteils auch die Wände der Halle mit „opus sectile“ aus Marmorplatten verkleidet. Dabei werden Platten aus verschieden farbigem Marmor zu kunstvollen Mustern kombiniert. Reste dieser Verkleidung (bzw. der Befestigung der Marmorplatten) und des Wandputzes kann man noch heute an verschiedenen Stellen sehen. Die riesige Audienzhalle war außerdem beheizt. Fünf Praefurnien (=Befeuerungsräume) beheizten Hohlräume unter dem Fußboden (Hypokaustum) und Röhren (Tubuli) in der Wand. Vor der Basilika sieht man Reste einer Apsis, die zur Vorhalle des Gebäudes gehörte.

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Literatur

  • S. Faust: Basilika: Römische Palastaula. In: J. M. (Red.): Führer zu archäologischen Denkmälern des Trierer Landes (= Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier. Nr. 35). Rheinisches Landesmuseum, Trier 2008, S. 42 f.
  • H.-P. Kuhnen: Die Palastaula (so genannte Basilika) des spätantiken Kaiserpalastes. In: H.-P. Kuhnen (Hrsg.): Das römische Trier (= Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland. Bd. 40 = Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier. Nr. 20). Theiss, Stuttgart 2001, S. 135–142.
  • N. Riedl/F. Funke: Die römische Außenmalerei und ihre Restaurierungsgeschichte. In: N. Riedl (Hrsg.): Weltkulturerbe Konstantinbasilika Trier. Wandmalerei in freier Bewitterung als konservatorische Herausforderung (= ICOMOS – Internationaler Rat für Denkmäler und Schutzgebiete. Hefte des Deutschen Nationalkomitees. 55 = Schriften des Hornemann-Instituts. 15). Bäßler, Berlin 2012, S. 42–54
  • J. Werquet: Zum Umgang mit den antiken Putzresten und Außenmalereien beim Wiederaufbau der Trierer Konstantinbasilika im 19. Jahrhundert. In: N. Riedl (Hrsg.): Weltkulturerbe Konstantinbasilika Trier. Wandmalerei in freier Bewitterung als konservatorische Herausforderung (= ICOMOS – Internationaler Rat für Denkmäler und Schutzgebiete. Hefte des Deutschen Nationalkomitees. 55 = Schriften des Hornemann-Instituts. 15). Bäßler, Berlin 2012, 36–41.
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