Villa Rustica in Mehring an der Mosel

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Mitten im heutigen Moselort Mehring entstand in der ersten Hälfte des 2. Jhs. n Chr. ein römischer Gutshof, eine sogenannte villa rustica. Das Herrenhaus bestand aus einer großen Empfangshalle mit angrenzenden Räumen und einer vorgelagerten Säulenhalle (Portikus) und vorspringenden Eckräumen (sogenannte Eckrisaliten). Im 3. und 4. Jh. n. Chr. wurde die Villa erweitert, sodass sie schließlich 34 Räume umfasste. Damit gehörte die Villa in Mehring zu den größten in der Umgebung von Trier. Teile der Villa wurden offenbar um die Mitte des 4. Jhs. n. Chr. zerstört – vermutlich durch Einfälle germanischer Stämme. Aufgegeben wurde die Villa aber erst im 5. Jh. n. Chr.

Die Fundstelle der Villa war schon im 19. Jahrhundert bekannt, aber erst in den 80er Jahren des 20. Jhs. wurde das Herrenhaus freigelegt und teilweise rekonstruiert: die Hauptfront mit den Eckrisaliten und dem Portikus, ein Keller sowie ein Teil des Bades inklusive der Fußbodenheizung. Von der Innenausstattung zeugen Reste der Fußbodenmosaike und der Wandverkleidung.

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Literatur:

  • Hoffmann / S. Scheit, Das Wein- und Heimatmuseum Mehring – Ein Führer zu Ausstellung und Ortsgeschichte (Mehring 1998) S. 12–27.
  • Cüppers, Mehring. Landgut. In: Ders.: Die Römer in Rheinland-Pfalz. Lizenzausgabe der Auflage von 1990 (Hamburg 2002) S. 477f.
  • K.-J. Gilles, Mehring, Kreis Trier-Saarburg. Römische Villa. In: Rheinisches Landesmuseum Trier (Hrsg.): Führer zu archäologischen Denkmälern des Trierer Landes (Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier 35) (Trier 2008) S. 148f.
  • Rupp / H. Birley, Mehring: villa rustica mit 34 Räumen. In: V. Rupp, H. Birley (Hrsg.): Landleben im römischen Deutschland (Stuttgart 2012) S. 35f.
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