Das Erechtheion auf der Akropolis von Athen (Teil 4)

Was die Aufteilung des Innenraumes angeht, so ist nur sicher, dass die Cella ursprünglich mit einer Querwand in einen kleineren Raum im Osten und einen größeren im Westen geteilt wurde. Das Fußbodenniveau des westlichen Raums liegt 3,10 m unter dem des östlichen Raums. Für eine westliche Quer­wand und eine Trennwand zwischen den beiden Querwänden gibt es keinen Be­weis, und gerade in diesem Punkt liegt die Schwierigkeit für die Wieder­herstellung der ursprünglichen Gestalt und Funktion des Gebäudes.

Im Innern des Erechtheion haben sich einige Reste aus helladischer Zeit erhalten. Die Querwand, die den östlichen vom westlichen Raum trennte, wurde beim Umbau zu einer Kirche völlig entfernt. Spuren an der Nord- und der Südwand ermöglichen es aber Lage und Stärke der Querwand zu bestimmen: sie war 2 Fuß = 0,65 m stark. Es gibt keine Spuren einer Tür in dieser Quer­wand und auch keine Treppe, die die beiden Ebenen verband.

Im Westen befindet sich ein schmaler Gang, das sog. Prostomiaion, zu dem von Norden, Süden und Westen Türen führen. Es gibt Indizien da­für, dass dieser Raum nicht so gebaut wurde, wie er ursprünglich geplant war. Dies könnte mit den unvorhergesehenen Schwierigkeiten in der Südwestecke zusammenhängen. Auch dies wäre ein Indiz dafür, dass man die genaue Lage und Ausdeh­nung des Kekropiums bei der Planung des Erechtheions nicht kannte. Heute ist der Raum unter dem Prostomiaion eine große Zisterne, die aus dem an­stehenden Felsen herausge­hauen ist. In der äußersten südwestlichen Ecke befindet sich ein quadrati­scher Schacht mit ca. 90 cm Seitenlänge im Fel­sen. Er ist 1,75 m tief und greift ca. 8-12 cm unter die Südwand und 5 cm unter die Westwand. In seiner heutigen Form ist dieser Schacht wohl zeitgenössisch mit der Zisterne. Man nimmt jedoch an, dass er die ursprüngliche Lage des sog. Meeres des Poseidon markiert.

Im Lauf der Zeit wurden besonders im westlichen Teil des Erechtheion ver­schiedene Änderungen und Zusätze ausgeführt, von denen der wichtigste der Einbau einer westlichen Querwand war, die offenbar als zusätzliche Stütze für das Dach diente. Eine Reparatur fällt in das Jahr 377/376 v. Chr., und eine weiter gehende in das Jahr 27 v. Chr. Im 7. Jh. n. Chr. wurde das Erechtheion in eine christliche Kirche umgewandelt.

(Fortsetzung folgt …)

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