Das Erechtheion auf der Akropolis von Athen (Teil 2)

In der nördlichen Vorhalle sind die sechs Säulen in der gleichen Weise angeordnet wie die Koren, aber die beiden Vorhallen haben nicht die gleiche Achse. Die Gesamthöhe dieser Säulen beträgt 7,635 m. In der Süd­ostecke der Nordhalle fehlen einige Platten des Fußbodens. Durch diese Öffnung sieht man drei Gruppen von Spalten verschiedener Größe und Tiefe im Felsen, die offenbar religiöse Bedeutung hatten. Der Fels zeigt hier keine Bear­beitungsspuren, obwohl er anscheinend dort geglättet wurde, wo er die Fundamente der Porti­kus tragen sollte. Das Fundament umschließt den unregelmäßigen Raum mit den Spalten wie eine kleine Krypta. Außerdem ist diese Kammer durch einen kleinen Durchgang im Fundament der Nordwand mit dem Hauptgebäude verbunden. Für die Erbauer des Erechtheions war es offenbar äußerst wichtig, dass diese Spalten nicht beschädigt wurden, denn die Krypta führte sogar unter der Ost­wand der Portikus weiter, obwohl dies zu einer Schwächung des Funda­ments führte. Auch sollten diese Spalten unter freiem Himmel liegen, da die Öffnung im Fußboden genau unter einer Öffnung im Dach der Portikus liegt. Durch spätere Veränderungen (z. B. eine nachantike Zisterne) wurde diese Krypta stark beschädigt.

In der Mitte der Südseite dieser Nordhalle befand sich als Hauptein­gang zum West­teil des Tempels eine große Tür mit reich verziertem Rahmen. Im Westen springt die Halle über das Hauptgebäude vor und von diesem Vorsprung führt eine zweite viel kleinere, unverzierte Tür zu einem un­mittelbar anschließen­den und in der Antike von einer Mauer abgeschlossenen Bezirk.

Die Westfassade des Erechtheions verbindet die beiden Niveaus des Gebäudes durch eine zweistöckige Gliederung. Im unteren Be­reich befindet sich etwas südlich der Achse eine Tür, die im Lauf der Zeit etwas erweitert wurde.

(Fortsetzung folgt …)

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