Jupiter- und Jupitergigantensäulen (Teil 3)

Jupitergigantensäulen:

In der Germania Superior und dem östlichen Teil der Provinz Belgica war die Bekrönung der Säule mit Jupiter, der einen Giganten niederreitet, wesentlich beliebter als die anderen Darstellungen auf Jupitersäulen. Jupiter ist entweder mit Panzer und Feldherrnmantel bekleidet oder er trägt nur eine Hose und einen Mantel – ein klares Indiz für keltischen Einfluss. Das Blitzbündel in der erhobenen Hand kennzeichnet ihn als Jupiter.

Ein weiterer Unterschied ist der Zwischensockel, der sich zwischen den „Viergötterstein“ und die Säule schiebt. Dieser Zwischensockel ist meist achteckig und wird als „Wochengötterstein“ bezeichnet. Das achte Feld trug dabei entweder die Weihinschrift oder ein weiteres Götterrelief. Insgesamt variieren die dargestellten Götter auf diesem Zwischensockel, der auch rund, viereckig oder sechseckig sein konnte.

Die Säule selbst war wie bei Jupitersäulen meist mit Schuppen dekoriert, aber auch Weinranken oder Eichenlaub waren möglich.

Beispiele:
Jupitergigantensäule aus Schwarzenacker
Jupitergigantensäule aus Hausen an der Zaber
– Jupitergigantensäule aus Ladenburg

 

Jupitersäulen und Jupitergigantensäulen sind eine Synthese von römischen und keltischen Elementen. Zwar lassen sich die Denkmalform und die meisten anderen Elemente auf römische Vorbilder zurückführen, aber die Reliefierung der Säule, die Sockel und v.a. die Statuengruppen mit Jupiter und Giganten zeigen einen starken einheimischen Einfluss.

Stifter waren anfangs der römische Staat, Gemeinden oder Kooperationen. Im Verlauf des 2. Jhs. n. Chr. werden sie allerdings zu beliebten Weihgeschenken von Händlern und Kaufleuten, v.a. aber von Gutsbesitzern. Dabei handelte es sich offenbar oftmals um Einheimische.

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