Römische Wandmalerei (Teil 2): 2. römisch-pompejanischer Stil (circa 100 bis 15 v. Chr.)

Der 2. römisch-pompejanische Stil entstand um etwa 100 v. Chr. Zunächst wurde der späte 1. Stil durch gemalte „vorgeblendete“ Säulen in einen Vorder- und einen Hintergrund aufgeteilt. Ein Beispiel findet sich in der Casa dei Grifi (Haus der Greifen) auf dem Palatin in Rom.

Nach und nach wurde die massive Wand des 1. Stils immer weiter aufgelöst. Eine Scheinarchitektur im Vordergrund ahmte offenbar Theaterarchitektur nach. Die Wand dahinter öffnete sich in der Wand und oberhalb der Scheinarchitektur zu Durchblicken in eine „dahinter liegende“ idyllische Landschaft, auf Gebäude oder Tempelbezirke. Teilweise öffnen sich dabei die Durchblicke hinter einem dunklen Vorhang, der zur Seite gezogen ist – ein weiterer Hinweis darauf, dass die Architekturdarstellung römischer Bühnenarchitektur folgen. Auf seinem Höhepunkt war die Wand in mehrere Schichten aufgelöst, wobei die einzelnen Architekturteile im Vordergrund reich verziert waren und Gefäße oder Statuetten trugen.

Dieser Architektur- oder Illusionsstil dauerte bis etwa 15 v. Chr. und in seiner späten Phase wurde die Wand wieder „flacher“ und die „Durchblicke“ wurden auf ein zentrales Hauptbild reduziert. Architektur und Figuren werden zunehmend unrealistischer und leiten damit zum 3. Stil über.

Beispiele:
Casa dei Grifi
Villa in Boscoreale
Haus des Augustus
Haus der Livia

(Fortsetzung folgt …)

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